Stil- und klangvolles Erbstück für den Unterricht

Schulleiterin Christine Luther freut sich riesig über das Klavier, das seitens des aufgelösten Bornumer Gesangvereins Manfred Pohl und Friedrich Dröge (von links) übergaben.

Aufgelöster Gesangverein Bornum vermacht der Grundschule 100 Jahre altes Klavier / Finanzspritze für Förderverein

Von Karsten Knoblich
Bornum

Das Aus für den Traditionsverein kam im Dezember vergangenen Jahres. Im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde der 153 Jahre alte Gesangverein von 1858 Bornum per Mitgliederentscheid aufgelöst (der „Beobachter“ berichtete). Wie bei vielen anderen Vereinen auch, gab es gravierende Nachwuchsprobleme; zuletzt zählte man nur noch 20 Aktive.
Anstatt also wie gewohnt an den Singabenden zu proben und für Auftritte zu planen, galt es jetzt, den Nachlass des Gesangvereins zu regeln. Die Mitglieder beschlossen dabei unter anderem, das über 100 Jahre alte Klavier der Grundschule Bornum zu vermachen. „Die Schule hatte schon im Vorfeld ihr Interesse angemeldet“, sagte der frühere Vorsitzende des Gesangvereins, Manfred Pohl. Das Instrument stammt übrigens aus Braunschweig, genauer gesagt aus der bekannten Pianofortefabrik Grotrian-Steinweg.
Vor wenigen Tagen war es dann so weit: Manfred Pohl nahm zusammen mit dem einstigen Kassenwart des Chors, Friedrich Dröge, Abschied von dem Klavier. Stellvertretend für Schüler, Kollegium und Förderverein nahm es Bornums Grundschulleiterin Christine Luther in Empfang.
Natürlich sind die Jahrzehnte nicht spurlos an dem Instrument vorübergegangen. Es musste dringend einmal gestimmt werden, und auch einige kleinere Reparaturen waren fällig. Die Kosten dafür hatte der Förderverein der Grundschule übernommen. Da kam eine Finanzspritze seitens des aufgelösten Gesangvereins gerade recht. Die Sängerinnen und Sänger hatten zum Schluss nach Abzug aller Kosten noch knapp 140 Euro in der Kasse. Das Geld ging nach dem Willen der Mitglieder an den Förderverein der Grundschule.
Einen würdigen Platz wird das Klavier übrigens im Musikraum der Schule finden, verriet Christine Luther. Sie freut sich riesig über die neue Errungenschaft, gerade im Blick auf die Instrumentenkunde. „Für die Schüler ist es sicher interessant, einmal das Innenleben eines Klaviers zu bestaunen und zu erkunden, wie es funktionert“, so die Schulleiterin. Und dann gebe es da ja auch die Jungen und Mädchen, die bereits Keyboard oder Klavier spielen können und ebenfalls das „neue“ Instrument dann und wann einmal nutzen möchten.