Clausthaler Informatiker auf der CeBIT 2012 in Hannover – zwei Projekte im Rampenlicht

Clausthal/Hannover (bo). Die Computermesse CeBIT gilt als der Marktplatz Nummer eins für digitale Technologien. Bis zum 10. März findet sie in Hannover statt. Auf dem Gemeinschaftsstand Niedersachsen (Halle 9, Stand C 50) präsentiert das Institut für Informatik der TU Clausthal zwei Projekte zu Kollaborationssystemen, also zu computergestützter Gruppenarbeit.
Nicht nur Computerspiele, Internetplattformen oder Informationssysteme bieten heutzutage zahlreiche Möglichkeiten zum gemeinsamen Spielen und Arbeiten. Auch die Entwicklung solcher Kollaborationssysteme ist immer mehr das Ergebnis einer vielfältigen Zusammenarbeit verschiedener Software-Architekten. „Die Abteilung für Software Systems Engineering der TU Clausthal hat es sich zur Aufgabe gemacht, solche Systeme weiter zu erforschen und neue Ansätze und Anwendungsgebiete zu ergründen“, sagt Lehrstuhlinhaber Professor Andreas Rausch. Deshalb baut die TU Clausthal in der Informatik ihr Studienangebot im Bereich Entwicklung von Spielen und Lernprogrammen („Serious Games Engineering“) weiter aus. Im CeBIT-Projekt „Parcours“ haben TU-Wissenschaftler um B. Sc. Tim Warnecke ein Programm für einen Lerntisch mit digitaler Oberfläche (Smart Table) entwickelt, das bei Grundschülern logisches Denken und Spaß fördert. Acht Kinder können an dem robusten Tisch gleichzeitig spielerisch lernen. Ziel ist es, eine virtuelle Figur von einem Start- zu einem Endpunkt zu bewegen. Unterwegs müssen die Schüler gemeinsam Brücken anlegen und Hindernisse bewältigen. Um das Spiel, das bereits einen Preis erhielt, für Kinder auf Dauer interessant zu gestalten, besitzt es verschiedene Schwierigkeitsgrade.
Das zweite Clausthaler Projekt, das auf der CeBIT gezeigt wird, heißt „KoMo – Kollaborative Modellierung“. Es verfolgt die Absicht, Software-Entwicklern bereits in frühen Phasen eines Gemeinschaftsprojektes ein Werkzeug zur kollaborativen Arbeit an die Hand zu geben. Zu Beginn einer Aufgabe werden oft Skizzen und Zeichnungen erstellt. Dafür eignet sich ein Whiteboard.
Die Forscher um Dr. Christian Bartelt wollen die Potenziale eines elektronischen Whiteboards oder Tablet-PCs durch eine integrierte Handskizzenerkennung künftig so ausnutzen, dass Programmierer, die an unterschiedlichen Standorten sitzen, gemeinsam Softwaremodelle skizzieren und entwickeln können. Auf die Niedersächsische Technische Hochschule (NTH) bezogen hieße dies, Informatiker aus Braunschweig, Clausthal und Hannover könnten von ihren Instituten aus ein NTH-Projekt vorantreiben, ohne ihren Standort verlassen zu müssen.
Koordiniert wird der Clausthaler Auftrifft auf der CeBIT von Diplom-Informatiker Mirko Schindler. Im vergangenen Jahr strömten mehr als 330.000 Besucher zur Computermesse.