Das Kind steht immer im Mittelpunkt

So könnte es seinerzeit in Bethlehem ausgesehen haben.

Krippenausstellung in der Clausthaler Marktkirche

Die Krippe ist das christliche Symbol der Weihnachtszeit. Überall und somit auch im Kirchenkreis Harzer Land wird die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem bildlich dargestellt, in unglaublicher Formenvielfalt und meist ebenso religiöse Verneigung vor der biblischen Weihnachtsgeschichte wie künstlerischer Ausdruck einer Epoche. Einige ganz besondere Weihnachtskrippen gibt es in der Marktkirche in Clausthal-Zellerfeld zu sehen.
Dorothee Austen, Kirchenvorstandsvorsitzende der Kirchengemeinde Clausthal, initiierte die Ausstellung vor fast zehn Jahren und stellt häufig Krippen aus ihrer eigenen Sammlung vor, die für sie eine besondere Bedeutung haben.

„Ich bin in einem Pastorenhaushalt aufgewachsen und dementsprechend familiär krippenvorbelastet“, erläutert sie ihren Antrieb. Auch heute als Erwachsene liebt sie die Krippe, da dort Jesus als Kind im Mittelpunkt steht. „Ich bin oft entsetzt, wie mit Kindern umgegangen wird“, sagt sie, „sie bekommen oft nicht die Wertschätzung, die sie verdienen.“
In diesem Jahr haben sie auch die Schicksale vieler Flüchtlingskinder umgetrieben, die zum Teil unbegleitet ihre Heimat verlassen, weil sie und ihre Familien dort – wenn auch aus anderen Gründen – wie Jesus, Maria und Josef unter Herodes nicht sicher sind. So steht in diesem Jahr eine Krippe im Mittelpunkt, die eine arabisch anmutende Szenerie inklusive Elefant zeigt und deutlich macht, dass Christen, Juden und Muslime das Wunder von Weihnachten erleben können.
Daneben hat sie eine Barockkrippe aufgebaut, die um 1750 entstand und typisch für die Zeit Wasser als Symbol für Christus aufgreift. Ein Stück weiter steht eine in der Nachkriegszeit entstandene Krippe, deren Figuren aus Kastanien und alten Flicken gemacht sind und die zeigt, dass manche Familien auch in der Zeit größter Entbehrungen nicht auf die Weihnachtskrippe verzichten wollten.
Eine Krippe aus dem Neapel des 18. bis 20. Jahrhundert hingegen protzt geradezu mit großen und prachtvoll gearbeiteten Figuren vor einer stark idealisierten Kulisse.
Die Geschmäcker sind sicherlich verschieden und jedem gefällt eine andere Krippe, die frohe Botschaft jedoch bleibt immer gleich und kommt in jeder dieser liebevoll gestalteten Szenerien zum Ausdruck. Wer sich selbst einen Eindruck von den Weihnachtskrippen und weiteren Figuren machen möchte, hat in der Marktkirche zum Heiligen Geist noch bis zum 6. Januar täglich von 11 bis 16 Uhr und zu den Gottesdienstzeiten die Gelegenheit dazu.