Der Klang von Kohle, Sand oder Kalkstein

Professor Hossein Tudeshki (rechts) von der TU Clausthal erhält die Auszeichnung von Udo Rzesacz (Deutsche Bank).

Akustischer Geo-Scanner der TU Clausthal ist Preisträger im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“

Clausthal-Zellerfeld (bo). Das Institut für Bergbau der TU Clausthal ist mit seinem „Akustischen Geo-Scanner“ Preisträger im bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“. Die Auszeichnung wurde am vergangenen Donnerstag im Rahmen einer Feier in der Aula der Universität offiziell übergeben.
Kohle, Sand oder Kalkstein – jede Gesteinsart erzeugt bei Reibung einen ganz spezifischen Klang. Diese hörbare „Erkennungsmelodie“ haben sich Ingenieure der Technischen Universität Clausthal zunutze gemacht. Die Experten haben ein akustisches Scanverfahren entwickelt, mit dem Baugrund und Lagerstätten erkundet werden können: den akustischen Geo-Scanner. In Baumaschinen integriert, erkennt die Vorrichtung anhand von Körperschallschwingungen die Mineralbeschaffenheit. So werden Baurisiken gesenkt, Kosten gespart und Folgeschäden vermieden.
Udo Rzesacz von der Deutschen Bank in Braunschweig zeichnete den Geo-Scanner der TU Clausthal als „Ausgewählten Ort 2011“ aus. Damit ist sie einer von 365 Preisträgern, die jedes Jahr von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ gemeinsam von dem Kreditinstitut unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten prämiert werden. Anlässlich der Preisverleihung betonte Rzesacz: „Der Geo-Scanner ist ein herausragendes Projekt und eine echte Innovation im Bergbau. Die Ressourcenschonung sowie die Reduzierung des Energiebedarfs steigert die Produktivität.“
Universitätspräsident Professor Thomas Hanschke betonte die lange Clausthaler Tradition bei großen Erfindungen im Bereich des Bergbaus. Was im Oberharz einst mit dem Drahtseil und der Fahrkunst begann, werde nun mit dem akustischen Geo-Scanner fortgesetzt. „Der Bergbau ist ein wichtiger Bestandteil der TU Clausthal“, unterstrich Hanschke.
Professor Hossein Tudeshki, Lehrstuhlinhaber am Institut für Bergbau, kommentierte die Auszeichnung: „Wir sind sehr stolz, ein ausgewählter Ort im Land der Ideen zu sein.“ Zugleich verwies er darauf, dass die innovative Forschung am Bergbau-Institut auf drei Säulen basiere: auf der Universität, der Unterstützung durch Wirtschaft und Behörden sowie auf den Mitarbeitern.
Aus 2600 eingereichten Bewerbungen überzeugte die Technischen Universität Clausthal die unabhängige Jury und repräsentiert mit ihrer zukunftsfähigen Idee Deutschland als das „Land der Ideen“. „Preisträger im Wettbewerb 365 Orte im Land der Ideen zu sein, ist ein Markenzeichen für Kreativität und Zukunftsfähigkeit. Mit großem Engagement und Leidenschaft machen die ausgewählten Orte Innovationskraft in Deutschland sichtbar und geben wichtige Impulse für heute und morgen“, begründete Rzesacz das Engagement der Deutschen Bank.