Diese Stadt existiert nur dank des Bergbaus

Ein imposantes Bild bot der große Umzug durch die Bergstadt Clausthal-Zellerfeld. (Foto: Kluge)

200 Personen beteiligen am großen Umzug beim Bergdankfest in Clausthal-Zellerfeld

Zufrieden zeigten sich die Veranstalter mit der Resonanz anlässlich des Bergdankfestes. Die „höchste Frequenz von Verbindungen“ bei der Bergparade hatte der vorneweg marschierende Reinhard von Liebenstein festgestellt. Gleiches erfreute auch Thomas Gundermann, den Vorsitzenden des mit veranstaltenden Museums- und Geschichtsvereins. „So viele Teilnehmer hatten wir seit vielen Jahren nicht“, lobte er die Stärke des etwa 200 Personen zählenden Umzuges. Und auch „im Bereich der Marktkirche waren doch auch einige Zuschauer“, war er zufrieden.
Die gut besuchte Marktkirche, der mit weit angereisten Gästen verstärkte Umzug und die gute Stimmung beim Scherper im Glück-Auf-Saal konnten aber nicht ganz darüber hinweg täuschen, dass trotz aller Tradition dem Bergdankfest eine kleine Auffrischung gut zu Gesicht stünde. „Wir müssen uns einfach überlegen, wie wir mehr Resonanz aus der Öffentlichkeit bekommen“, gesteht Gundermann. Denn „die Stadt exis­tiert, weil es hier den Bergbau gab“, betont er. Das müsse den Bewohnern deutlich vor Augen geführt werden. „Das heutige Äquivalent ist die TU“, freut er sich, dass die durch ein vermehrtes Auftreten der Verbindungen, die man an den bunten Mützen und vielen verschiedenen Fahnen erkannte, beim Bergdankfest bestens vertreten wurde. Zudem dankte Gundermann neben von Liebenstein auch Olaf Schubert. Beide seien „Korsettstangen“ des Bergdankfestes, ohne dabei bei einem der drei Veranstalter involviert zu sein.
Neben dem Geschichts- und Museumsverein sind auch Marktkirchengemeinde und das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Veranstalter. Die Kirche gibt den „einst rein religiösen Charakter des Bergdankfestes“, wie Gundermann sagt, in Form eines Gottesdienstes weiter, das Landesamt nutzt die Gelegenheit zum seit der Preußenzeit vorgetragenen Bergbericht für ganz Norddeutschland.
Da hatte der Landesamts-Präsident Ralf Pospich allerdings auch die Mitteilung über zwei tödliche Unfälle in Niedersachsen zu berichten. Ein Kamerad wurde beim Setzen von Sprengsätzen von einer herabstürzenden Gesteinsplatte erschlagen, ein anderer verstarb beim Austritt von Schwefelwasser. Das trübte die an sich positive Nachricht, dass die Gesamtunfallzahlen um mehr als 25 Prozent gesunken seien.
Seine Mahnung, dass „die Sicherheit der Bergleute immer Vorrang“ habe, stieß beim Auditorium auf offene Ohren. Ansonsten ist Pospich „gespannt, was die neue Landesregierung ins Aufgabenbuch schreiben wird.“
Da auch das Feiern zur Tradition des Bergdankfestes zählt, wurde nach dem Scherper noch in verschiedenen Verbindungshäusern weiter gefeiert.