Exit Inside spielt Heimvorteil beim MOR-Festival voll aus

Die Chartstürmer von Madsen rockten in der Dunkelheit der Nacht. (Foto: Kluge)

Madsen rockt vor 900 Besuchern als Topact bis spät in die Nacht

Von Camillo Kluge, Clausthal-Zellerfeld

Regelrechten Festival-Charakter hat das alljährliche Konzert-Event im Feldgrabengebiet mittlerweile. Unter neuem Titel „MOR Festival“ und neuem Termin wurde gleich ein neuer Besucherrekord erzielt. Wobei MOR für „Music on the Rocks“ und nicht für „Mal Ohne Regen“ steht. Dennoch, nach zwei kalten und regnerischen „Campus Open Air“ stimmte der Rahmen diesmal und gut und gerne 900 Musikfans strömten auf das Gelände.
„Endlich wird die Wiese auch mal richtig genutzt“, freute sich Jens Hoff, beim extra für die Organisation des Festivals gegründeten Verein, zuständig für die Finanzen, über die Musikfreunde, die sich bei rockigen Klängen in der Sonne aalten. Denn als „Imago“ aus Berlin als Eisbrecher die Bühne betraten und deutlich machten, warum sie 2010 den deutschlandweiten „Local Vision Band Contest“ gewannen, war nur herrliches Frühlingswetter. Dabei zeigte die Band ihre Stärke an den Instrumenten, belohnte die frühen Zuhörer mit einer musikalischen Reise, die mehr auf die Instrumente als auf Gesang setzte.
„Die Spezialisten“ sorgten dann mit einer kunterbunten Mischung diverser Stile für Kurzweil. Kein Wunder, sind die einzelnen Musiker doch in verschiedenen Welten gereift. In Punk, Schlager und Deathmetal groß geworden, haben sie sich zusammengefunden und zeigten deutlich, dass aus solchen kruden Zutaten ein guter Cocktail entstehen kann.
Quasi ein Heimspiel hatte „Exit Inside“ aus Seesen. Mit Frontfrau Annika Soiné rockten sie richtig los, und das noch spärliche Publikum kam vor der Bühne doch allmählich in Schwung. Die Kölner Combo „Angelika Express“ folgte, dann kam der erste Topact des Abends. „Boppin´B“ wirkt nur im ersten Moment mit dem Rock´n´Roll der 50er Jahre fehl am Platz. Die Band hat ihren eigenen Stil entwickelt, und der beinhaltet nicht nur Rockabilly, sondern viele Spuren von Ska über Pop bis Punk sind beigemengt. Und so mancher Chartbreaker, den die Burschen von „Boppin´B“ covern, wurde erst recht spät erkannt.
Schließlich erklomm „Madsen“ die Bühne und rockte in bewährter Manier. Vor der Bühne herrschte reges Gedränge, alles war in rhythmischer Bewegung. Die Jungs, die mit einer Keyboarderin zur Verstärkung auftraten, fetzten weit über eine Stunde und spielten auch einige Songs aus ihrem neuen Album. Die anschließende bewährte Feuershow von „incendium artis“ geriet einmal mehr zum optischen Höhepunkt der Nacht. Schließlich durften sich „Funkfragen“ mit ihrer Mischung aus deutschem Rock, Pop und Funk als Rausschmeißer versuchen. Der neue Verein „Music on the rocks“ e.V. darf jedenfalls mit seiner Premieren-Veranstaltung sehr zufrieden sein, die vielen Zuschauer waren es jedenfalls.