Initiative Zukunft Harz soll Aufbruchsstimmung erzeugen

Staatssekretär Dr. Oliver Liersch, Landrat Bernhard Reuter und Landrat Stephan Manke sind sich sicher, dass viele Projekte schon bald in die Realität umgesetzt werden können. (Foto: Strache)
 
Unter dem Motto „Natur trifft Technik“ soll die Initiative Zukunft Harz den schwächelnden Landkreisen Goslar und Osterode aus der Krise helfen. (Foto: Strache)

Berater streben Frischzellenkur für die Landkreise Osterode und Goslar an

Am Donnerstag fiel der offizielle Startschuss für das Projekt „Initiative Zukunft Harz“ in Clausthal-Zellerfeld. Fünf Monate hatte die Projektgruppe hinter verschlossenen Türen beraten, diskutiert und geplant. Nun präsentieren sie 16 Projekte, die den wirtschaftlich schwächelnden Landkreisen Osterode und Goslar auf die Beine helfen sollen. Das Land unterstützt das Projekt mit zwei Millionen Euro.

Von Maximilian Strache

Clausthal Zellerfeld / Goslar. Bereits im November machte sich ein Team des Beratungsunternehmens McKinsey, unterstützt von Mitarbeitern der Landkreise Goslar und Osterode, der Landesregierung und der TU Clausthal an die Arbeit. Herausgekommen sind 16 Projekte, in die alle Beteiligten große Hoffnungen setzen. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf Projekten der alternativen Energiegewinnung. Unter anderem ist der Bau des weltweit ersten unterirdischen Pumpspeicherwerks geplant. Als möglicher Standort ist unter anderem die Bergstadt Bad Grund im Gespräch. Experten des Energieforschungszentrums Niedersachsen im Harz haben die Möglichkeiten bereits umfassend ausgelotet. Zur Umsetzung eines solch ehrgeizigen Projektes wären Investitionen von 200 Millionen Euro nötig. Nach Angaben von McKinsey werden bereits erste Gespräche mit Energieversorgern geführt. Daneben soll der Tourismus als wichtiges wirtschaftliches Standbein nachhaltig verbessert werden. Die Hotelinfrastruktur soll den hohen Qualitätsansprüchen der Kunden angepasst werden, und es liegen Pläne für einen Freizeitpark in den Schubladen.
Landrat Stephan Manke (Landkreis Goslar) sagte, dass es sich bei diesen Projekten zwar nicht um komplett neue Themen handelt, die Möglichkeiten zur Umsetzung aber noch nie so realistisch waren. Eine Meinung, der sich auch Landrat Bernhard Reuter anschließt. „Es handelt sich um 16 Projekte, die auf den Harz und seine Besonderheiten zugeschnitten sind. Und das sind keine Wolkenkuckucksheime.“ Reuter und Manke sind sich sicher, dass einige Ideen schon in den nächsten Monaten Realität werden können.
Nelson Kilius von McKinsey geht in seinen Ausführungen sogar so weit, dass, wenn in den nächsten Jahren nichts getan wird, der Westharz weiter drastisch an Bedeutung und Wirtschaftskraft verlieren würde. „Wenn jetzt nicht gehandelt wird, würde die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in den nächsten zehn Jahren um zehn Prozent sinken“, so der Mann von McKinsey. Ziel der Initiative Zukunft Harz müsse es also sein, diesen Abwärtstrend zu stoppen. Ferner spricht Kilius davon, dass die Menschen im Harz dazu neigen, Dinge schlecht zu reden. Es handele sich diesmal jedoch um solide Projekte, deren Umsetzung möglich ist. „Am Ende soll bei allen Menschen im Harz Aufbruchstimmung herrschen. Das wollen wir erreichen“, betonte Kilius abschließend.
Dr. Oliver Liersch, Staatssekretär im niedersächsischen Wirtschaftsministerium, bezeichnete die Projekte als eine solide Basis für den wirtschaftlichen Aufschwung in den strukturschwachen Landkreisen. „Das Land stellt im Rahmen seiner regionalen Strukturpolitik zwei Millionen Euro zur Verfügung, die der weiteren Konzeption dienen sollen“, sagte Liersch. Zudem werde das Land das Projekt in den nächsten elf Monaten tatkräftig unterstützen.
Mit der von Oliver Liersch vor rund 30 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur, die die Arbeit als Lenkungsgruppe und Beirat begleiten, eröffneten Ausstellung, sollen auch die Bürger die Chance bekommen, sich ein umfassendes Bild von den Plänen zu machen. „Der Harz kann nur zurück in die Erfolgsspur finden, wenn die Initiative dazu aus der Region selbst kommt. Deshalb ist eine Einbindung der Bevölkerung sehr wichtig“, sagte Liersch.
Besucht werden kann die Ausstellung im Foyer der Sparkasse Goslar/Harz in Clausthal-Zellerfeld montags bis freitags von 8.30 bis 13 Uhr sowie mittwochs von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr.