Innovationen aus dem Oberharz

Ein optisches Siegel schützt einen Chip, der auf einer sensiblen Elektronikplatine eines Satelliten montiert ist, vor unerlaubtem Zugriff. (Foto: TU Clausthal)

Hannover Messe: Clausthaler Informatiker und Physiker dabei

Auf der Hannover Messe 2017 geht es insbesondere um die Digitalisierung der Industrie. Zu den Ausstellern, die sich vom 24. bis 28. April Besuchern aus aller Welt präsentieren, zählen auch Informatiker und Physiker der Technischen Universität Clausthal. Ihre Exponate – ein Mobilitätsökosystem und einen Manipulationsschutz – zeigen sie auf dem niedersächsischen Gemeinschaftsstand (Halle 2, Stand A08).
Mobilität ist ein wesentlicher Bestandteil im Tagesablauf eines jeden Menschen. Nehme ich den Bus und riskiere, dass er voll ist, oder lieber das Auto und riskiere, dass ich keinen Parkplatz finde oder im Stau stehe? Der Lehrstuhl Software Systems Engineering von Professor Andreas Rausch (Institut für Informatik) stellt in Kooperation mit der Aalborg University und der Wolfsburg AG ein innovatives Mobilitätsökosystem vor. Es geht darum, wie verschiedenste Dinge, Anwendungen und Services im „Internet of Things“ zusammen gebracht werden, um das tägliche Leben unkomplizierter zu machen oder Unternehmen neue Geschäftsfelder aufzuzeigen. „Wir verknüpfen im Internet der Dinge unterschiedliche Datenquellen, um dem Bürger dadurch einen Mehrwert zu bieten“, erläutert Karina Rehfeldt, M.Sc. „Auf der Messe demonstrieren wir beispielhaft, wie zwei einfache Sensoren komplett neue Services und Anwendungen ermöglichen“, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin weiter.
Ebenfalls auf dem Gemeinschaftsstand ist das Clausthaler Institut für Energieforschung und Physikalische Technologien vertreten. Ein Team um Professor Wolfgang Schade führt – gemeinsam mit der Außenstelle des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts in Goslar sowie den Unternehmen Miopas GmbH und OHB SE – ein neuartiges fälschungssicheres photonisches Dünnglassiegel vor. Was steckt dahinter? Durch die zunehmende Digitalisierung erhöhen sich die Anforderungen an den Schutz kritischer Elektronikbauteile. Mit Hilfe von sogenannten fs-Laserpulsen werden in einer Ultradünnglasfolie fälschungssichere optische Strukturen appliziert, die für den Betrachter unsichtbar sind. Diese Signatur lässt sich mit einer Glasfaser jederzeit auslesen und kann zur Sicherung von Kommunikationsmodulen auf Satelliten eingesetzt werden. „Neben dem Schutz sicherheitsrelevanter Hardwarestrukturen lässt sich diese Technologie in der Displaytechnik integrieren, also zum Beispiel im Smartphone“, ergänzt Professor Schade.
Wie die Harzer Forscher nutzen mehr als 6.000 Aussteller die Hannover Messe 2017, um ihre Neuerungen einem breiten Publikum vorzustellen. Die Veranstalter sprechen von der „Weltleitmesse der Industrie“ und erwarten rund 200.000 Besucher. Allein 400 Anwendungen aus dem Bereich Industrie 4.0 werden zu sehen sein.