Jugend forscht: Goslarer Gymnasiasten vorn

In der Aula der Technischen Universität präsentierten die Nachwuchsforscher ihre Ergebnisse. (Foto: Kluge)

Nachwuchsforscher zeigen an der TU-Clausthal ihre wissenschaftlichen Ergebnisse und Entdeckungen

Die Aula der Technischen Universität war wieder einmal der würdige Ort für das Landesfinale „Jugend forscht“. Bereits zum 48. Mal trat der Nachwuchs zum genialen Ideenwettbewerb an. Grundsätzlich stellt Niedersachsens verantwortlicher Leiter des Wettbewerbs, Thomas Biedermann, einen Teilnehmer-Zuwachs fest. Doch das Landesfinale erreichten weniger Schüler als im Vorjahr. „In den Regional-Entscheiden wird mehr gesiebt“, so Biedermann, „Projekte, die nicht komplett fertig sind, kommen nicht weiter.“ Den wesentlichen Grund dafür sieht Biedermann in der gewachsenen Belastung der Schüler nicht zuletzt durch das Turbo-Abitur.
Dennoch gab es wieder Spektakuläres zu bestaunen. Die Braunschweiger Marvin Jortzick, Eric Oertel und Timo Adameit präsentierten eine Öko-Spanplatte. In Herkömmlichen ist Formaldehyd enthalten, das in geschlossenen Räumen ausdünsten kann und in höheren Konzentrationen gesundheitsgefährdend ist. Die drei Gaußschüler banden ihre Platten mit Magerquark und erzielten eine ähnliche Belastungsqualität wie die Markt üblichen Produkte.
Neugier weckten auch die Osnabrücker Schüler Jens Welzel und Henrik Meyer zu Holsten, die sich mit der Moos-Bekämpfung durch natürliche Mittel beschäftigten. „Dem Moos das Licht nehmen, damit es verrottet und somit sogar als zusätzlicher Dünger wirkt“, nannte Welzel das Ziel. Ein Gemisch aus Maurersand, Mutterboden und Torfkultur, angereichert mit etwas Rasensamen und Weißklee ist die Lösung der beiden. „Das wird statt des sonst üblichen Eisensulfat auf die Rasenfläche gestreut“, sagt Meyer zu Holsten, „nimmt dem Moos das Licht und Rasensamen und der Stickstoff produzierende Weißklee sorgen für dichten Rasen.“ Zumal, wie sie erklären, das Vertikutieren weggelassen werden kann. „Damit wird dann nämlich häufig der Moossamen neu verteilt“, erklären sie.
Eine eigentlich so nahe liegende Idee verfolgten auch Marcel Hillebbrecht und Mirko Schwich aus Hildesheim. Unter dem Titel „Energiegewinnung im Fallrohr“ machten sie sich den Regen, der über die Dachrinnen dann im Fallrohr abwärts saust, zu nutze und produzierten damit Strom. Gleich einmal ausprobieren konnten die Besucher auch die kleine und simple, das Leben gehandicapter Menschen aber enorm erleichternde Hilfe am Rollator. „Kleine Hindernisse wie Türschwellen können für ältere und schwächere Menschen zu einem echten Hinderniss werden, das sie nicht überwinden können“, sagt Niklas Wendrenski. Er hat mit seinen Kollegen David Petrosyan und Victor Burmeister eine kleine Schiene entwickelt, die den Rollator über die Schwelle gleiten lässt. „Vielleicht drei Euro Materialkosten“, schätzt er für die bereits in der Praxis erprobte Hilfe.
Wesentlich komplizierter für den Unbedarften hingegen stellte sich das Projekt von Robert Warneke, Philipp Moritz und Barnabas Irmer vom Goslarer Christian-von-Dohm-Gymnasium dar. Sie entwickelten aus funktionellen Kunststoffen eine sterile Oberfläche. Damit zählten sie zu den Landessiegern in den verschiedenen Disziplinen und dürfen sich beim Bundesfinale Ende Mai in Leverkusen mit der Konkurrenz messen.

Die Landessieger im Überblick:
Arbeitswelt: Svea Marie Meyer (16/Sibbesse), „Wie zuverlässig sind Zeugenaussagen?“
Biologie: Robert Warneke (17/Astfeld), Philipp Moritz (17/Goslar), Barnabas Irmer (18/Goslar), „Funktionelle Kunststoffe als sterile Oberfläche“
Chemie: Sebastian Oehm (15/Meppen), Leo Hebbelmann (16/Meppen), Sorptionsfähigkeiten von Kollagen in Bezug auf Medikamentenrückstände
Geo- und Raumwissenschaft: Jan-Oliver Kahl (18/Heinbockel), Marvin Ruder (14/Stade), Beobachtung der Urknalldynamik mit Kleinteleskopen
Mathematik/Informatik: Hannes Riechert (18/Oldenburg), Jann Horn (17/ Oldenburg), Untersuchung und Kontrolle von chaotischem Verhalten am Doppelpendel
Physik: Daniel Pflüger (18/Lüneburg), Vermessung von Wasserwellen
Technik: Börge Scheel (14/Braunschweig), Simon Tümmler (15/Braunschweig), Leonhard Kuboschek (16/Braunschweig), Entwicklung eines autonomen Quadrocopters.