Simulationswissenschaftliches Zentrum gestartet

Lobte die Entwicklung der TU Clausthal mit ihren drei Forschungszentren zu den Themenfeldern Simulation, Energie und Material: Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka.

TU Clausthal und Universität Göttingen untersuchen reale Welt mithilfe von Modellen

Computersimulationen sind fester Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit in den Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die Universität Göttingen und die Technische Universität Clausthal arbeiten auf dem Gebiet der computergestützten Forschung künftig enger zusammen. In Anwesenheit der Niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka, wurde am vergangenen Freitag das gemeinsame Simulationswissenschaftliche Zentrum (SWZ) der beiden Hochschulen offiziell eröffnet. Dem Gründungsvorstand gehören aus Göttingen Prof. Dr. Dieter Hogrefe und Prof. Dr. Anita Schöbel an sowie aus Clausthal Prof. Dr. Thomas Hanschke und Prof. Dr. Gunther Brenner.
„Die Wissenschaftler arbeiten auf der Nahtstelle zwischen Mathematik und Informatik an Problemen der Simulation, wobei sie sich ganz wesentlich von Fragestellungen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften inspirieren lassen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die reale Welt anhand mathematischer und physikalischer Modelle zu erforschen, um sowohl wissenschaftlich als auch wirtschaftlichen Mehrwert zu erzielen“, sagt Prof. Hanschke, TU-Präsident und Mitglied im Vorstand des SWZ. Fragestellungen sind zum Beispiel: An welcher Warteschlange geht es am schnellsten? Wie kann die Sicherheit von Computernetzen verbessert werden? Soll ein Zug auf einen verspäteten Zubringerzug warten oder pünktlich abfahren?
Bei der Beantwortung solcher Fragen über hochkomplexe Systeme helfen Simulationstechniken, diese Systeme besser zu verstehen und entsprechend zu optimieren. „Das Gebiet der Simulation ist somit eine hochaktuelle Arbeitsrichtung, die Eingang in viele Disziplinen gefunden hat. Transdisziplinäre Arbeit, bei der die Kapazitäten gebündelt werden, ist hierbei besonders wichtig“, sagt Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Universität Göttingen.
In den jetzt an den Start gehenden Projekten werden vor allem die Simulation und Optimierung von Netzen und die verteilte Simulation untersucht. Nach einer Anlaufphase werden im SWZ etwa 20 Professorinnen und Professoren sowie rund 40 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler arbeiten. Das SWZ wird seinen Sitz in Clausthal-Zellerfeld und einen weiteren Standort in Göttingen haben. Das Land Niedersachsen fördert das interdisziplinäre Zentrum zunächst mit 1,4 Millionen Euro.
Insgesamt ist eine Förderung in Höhe von rund 4,4 Millionen Euro bis 2017 vorgesehen.