TU-Forscher präsentieren sich in Gaucks Garten

Wie bei der dritten „Woche der Umwelt" im Jahr 2007, so wird auch für die vierte Auflage in diesem Jahr eine Zeltstadt errichtet werden.

Auf der „Woche der Umwelt“ in Berlin werden zukunftsweisende Projekte vorgestellt

Clausthal-Zellerfeld/Berlin (bo). Am Amtssitz des Bundes­präsidenten, im Park von Schloss Bellevue, präsentiert sich die TU Clausthal am 5. und 6. Juni mit dem Thema „strategische Metalle“. Anlass ist die „Woche der Umwelt“, zu der ausgewählte Aussteller zukunftsweisende Projekte vorstellen. Neben dem Bun­des­präsidialamt wird die Aktion von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) veranstaltet.
Rund 550 Unternehmen, Verbände, Initiativen sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung hatten sich für die vierte Leistungsschau dieser Art beworben. „Die enorme Resonanz freut uns sehr und zeigt, dass die Umweltbranche der Leitmarkt der Zukunft ist“, sagt DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde.
Aus dem Feld der Bewerber wurden 200 ausgewählt, darunter die Technische Universität Clausthal und das Claus­thaler Umwelttechnik-Institut (Cutec) mit dem Verbundprojekt „Entzinkung von Stahlschrotten“.
Im Garten von Staatsoberhaupt Joachim Gauck werden die Organisatoren der „Woche der Umwelt“ auf über 3000 Quadratmetern Fläche eine Zeltstadt aufbauen. Laut DBU werden 12.000 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erwartet. Ziel der Initiative ist es, Technologien, Produkte, Projekte und Konzepte für einen nachhaltigen und effizienten Umgang mit Ressourcen darzubieten.
Seitens der TU Clausthal stellt die Kontaktstelle Schule-Universität den umweltpädagogischen Workshop „Materialeffizienz und Recycling“ sowie die „Werkstoffentwicklung im Schülerlabor“ vor. Als roter Faden dient die vielfältige Bedeutung „strategischer Metalle“, etwa für Produkte der Informations- und Kommunikationstechnologie. Dargestellt wird die Thematik anhand eines Handys. „Mittels des für Minikondensatoren in Mobiltelefonen wichtigen Tantalerzes wird die konfliktträchtige Rolle des Bergbaus in Entwicklungsländern am Beispiel des Kongokrieges aufgezeigt“, erläutert Jochen Brinkmann von der TU. Eine effiziente Verwendung dieser Metalle in Produkten und ein möglichst hoher Recyclinganteil sind der technische Beitrag zur Konfliktentschärfung. Politische Lösungsansätze werden mit teilnehmenden Schülern diskutiert. „Dieser Workshop“, sagt Brinkmann, „wirbt auch für einen Besuch im neuen Clausthaler Schülerlabor Materialwissenschaften.“

Um Metalle und deren verbesserte Wiederverwertung geht es auch in dem Projekt, mit dem das Clausthaler Umwelttechnik-Institut in Berlin präsent ist. Jährlich fallen in der deutschen Automobilindustrie etwa drei Millionen Tonnen an verzinkten Feinblechschrotten an. Die dünne Zinkschicht entpuppt sich beim Recycling als großes Problem. Nun haben die Cutec-Forscher mit Partnern der TU wie Professor Eberhard Gock und führenden Industrieunternehmen aus der Zinkbranche ein neuartiges Verfahren zur Entzinkung von Stahlschrotten entwickelt.
Der Stahlrecyclingprozess werde damit nachhaltig entgiftet und ein Beitrag auf dem Weg zum „Green Car“ geleistet, unterstreicht Dr. Britta Kragert vom Cutec.