Wetterstation versieht wieder ihren Dienst

„Wetterfrösche“ der TU Clausthal auf dem Dach des Elektrotechnik-Gebäudes in der Leibnizstraße 28 (von links): Gerd Schellbach, Lasse Fröhner und Professor Christian Rembe. (Foto: Ernst)
 
Die Wetterstation mit Messmodulen für Temperatur, Niederschlag, Wind, Luftdruck, relativer Luftfeuchtigkeit und Strahlung sowie einer Webcam. (Foto: Ernst)

Oberharzer und Gäste mussten mehr als zwei Jahre auf einen besonderen Service der TU Clausthal verzichten

Rund zwei Jahre hatten die Oberharzer auf diesen Service verzichten müssen, nun ist die Wetterstation der TU Clausthal wieder an das Internet angebunden. Auf dem Dach des Instituts für Elektrische Informationstechnik (IEI) werden minütlich sieben verschiedene Messdaten erhoben und mit einem aktuellen Standbild auf der Homepage der Uni (www.iei.tu-clausthal.de/wetter) veröffentlicht.
Im Zuge der energetischen Sanierung des Elektrotechnik-Gebäudes in der Leibnizstraße 28 war die Wetterstation im Herbst 2013 abmontiert worden. Ein halbes Jahr später wurde sie zwar wieder aufgebaut, aber die Rechneranbindung fehlte. Nach der Berufung von Dr. Christian Rembe im Mai zum Universitätsprofessor initiierte der Messtechniker, dass die Anlage wieder online geht: „Im Prinzip war fast alles vorhanden. Verschiedene Initiativen einzelner Mitarbeiter mussten nur zusammengeführt, eine neue Kamera angeschafft und ein Studierender gefunden werden, der sich um die Darstellung der Daten auf der Homepage kümmert. Da die Wetterstation ein besonders anschauliches Beispiel für elektrische Informationstechnik und Messtechnik ist, führen wir dieses Projekt für unsere Studenten weiter.“
Der Student, der sich mit dem Wetterbericht beschäftigt, heißt Lasse Fröhner. Er studiert gleich zwei Bachelorfächer: Maschinenbau und Technische Informatik. „Das theoretische Wissen aus meinem Studium kann ich hier praktisch anwenden“, berichtet Fröhner über die Arbeit an der Wetterstation. So gelte es, Größen, die elektrisch erfasst werden, anschließend signaltechnisch für die Darstellung im Internet aufzubereiten. Neben der Temperatur erhebt die Wetterstation exakte Werte zu Niederschlag, Luftdruck, relativer Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und -geschwindigkeit sowie Strahlung. Ein Standbild der Leibnizstraße, das einmal pro Minute aktualisiert wird, liefert zudem einen Gesamteindruck vom Wetter.
Die etwa zwei Meter hohe Anlage auf dem Dach des Instituts hat einen Gesamtwert von mehreren Tausend Euro. Gerd Schellbach, Techniker am IEI, installierte sie zusammen mit Mitarbeitern des Rechenzentrums der Universität. Schellbach war schon dabei, als die Wetterstation vor 13 Jahren erstmals errichtet wurde. Im Oberharz, wo sich das Wetter schnell ändern kann, fanden die auf dem Uni-Campus erhobenen Daten viele Nutzer: Studierende und TU-Beschäftigte zogen sie zu ihrer Kleidungs- und Tagesplanung heran, Wanderer und Skifahrer richteten ihre Aktivitäten daran aus, die Harzwasserwerke konnten die Messwerte gut zur besseren Einstellung der Abwasserleitung Innerste gebrauchen und vieles mehr.
Einmal, erinnert sich Schellbach, sei die Clausthaler Wetterstation sogar das „Bild des Tages“ bei „Hallo Niedersachsen“ im NDR-Fernsehen gewesen. Als die Station dann vor zwei Jahren ihren Betrieb vorübergehend einstellten musste, hätten dies auch die hiesigen Dachdecker bedauert. „Die Firmen haben unsere gesammelten Wetterdaten gern als Archiv benutzt. Von Interesse waren extreme Wetterlagen wie Sturm, Eis oder Hagel in Hinblick darauf, ob es ein Fall für die Gebäudeversicherung war.“

Daten werden optisch
ansprechend dargestellt

In Zukunft wird dies wieder möglich sein. Mehr noch. Die neue, optisch ansprechende Darstellung im Netz erlaubt sogar eine detailliertere Recherche als früher. Auch die Beschäftigten vom Institut für Elektrische Energietechnik greifen für ihr Projekt „Solare Schnellladestation“ auf die Wetterdaten zurück. Grundsätzlich gilt für die Oberharzer Witterung ein Zitat des Engländers John Ruskin: „Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischt, Wind kräftigt, Schnee erheitert. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur verschiedene Arten von gutem.“