Wissenschaftsministerin besucht TU-Forscher

Gute Laune auf der Hannover-Messe: Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (rechts) informiert sich über die Harzer Forschungsansätze auf dem Gebiet Industrie 4.0.

Hannover-Messe: Gabriele Heinen-Kljajic informiert sich über Exponat auf Gebiet von Industrie 4.0

„Verschnupfte Maschinen rufen selbst den Arzt“. Unter dieser Schlagzeile wird in der aktuellen Ausgabe der VDI-Nachrichten ein Szenario zur Industrie der Zukunft entworfen.

Clausthaler Informatiker sind bereits dran an diesem Thema. Noch bis heute präsentieren sie auf der Hannover Messe das Projekt „Selbstlernende Fehlerbehebungsunterstützung für Fertigungsanlagen“ (Halle 2, Stand A08).
Zum Auftakt der Messe bekam das Team der Oberharzer Universität hohen Besuch. Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic informierte sich über das Exponat auf dem Gebiet von Industrie 4.0. Professor Alfons Esderts, Vizepräsident der TU Clausthal für Forschung und Technologietransfer, und Karina Rehfeldt, M. Sc., aus der Abteilung Software Systems Engineering erläuterten die Neuerung. Ihr Credo: Der Schlüssel für eine effektive Fehleranalyse liegt in der Digitalisierung.
Worum geht es genau? Eine intelligente Software „made in Clausthal“ übernimmt die Auswertung von großen Datenmengen aus Produktionsanlagen. Dabei vereinfacht ein speziell entwickeltes Kommunikationsmodell den Datenaustausch zwischen Regelungs- und Informationssystem. „Diese Lösung“, berichtete Karina Rehfeldt, „gibt zum Beispiel Wartungstechnikern Hilfestellungen und Handlungsempfehlungen bei der Fehlerbehebung und in Hinblick auf Folgefehler.“
Zu diesem Zweck hat der Braunschweiger Softwareentwickler c4c Engineering, der sich in das Projekt mit einbringt, innovative Lösungen entwickelt: Der Zustand der Anlagen sowie Hinweise zu Störungen und mögliche Behebungen werden auf mobilen Systemen übersichtlich visualisiert. Dadurch könne der Wartungstechniker gewissermaßen ins Innere der Fertigungsanlage blicken, ohne dass sie aufwendig geöffnet werden muss, so die Clausthaler Forscher. In der Folge ließen sich Zeiten, in denen ein Band in der Fabrik stillsteht, verringern und somit Ausfallkosten sparen.
„Es zeichnet uns als TU Clausthal aus, dass wir versuchen, innovative Ideen schnell in die Praxis umzusetzen“, ergänzte Professor Esderts. So wurde der neue Ansatz bereits prototypisch für eine Modellfabrik der Firma Festo implementiert. Die anwendungsnahe Forschung kommt an auf der weltgrößten Industriemesse. Auch eine 30-köpfige Gruppe von der Thailändischen Handelskammer informierte sich zu Messebeginn über die TU-Software, die ihre Wissensbasis über Fehlerbehandlungen und Wartungstipps stetig selbstständig erweitert. „Die Resonanz ist gut, wir haben schon mehrere Kontakte geknüpft“, freute sich Karina Rehfeldt über die öffentliche Wirkung.