Finales Ausscheidungsrennen sehr beliebt

 

6. ADAC-Motocross des RTC Northeim litt unter Zuschauermangel

Von Camillo Kluge

Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis eine der letzten sportlichen Männer-Bastionen gefallen ist. Doch wurden auch beim 6. ADAC-Motocross des RTC Northeim erste Anzeichen sichtbar, dass diese Männerdomäne ganz leise bröckelt. Denn in den Klassen I und II gingen auf den bis zu 65 ccm starken Maschinen Mädchen an den Start, darunter auch Joeline Bardun, die mit ihrem ebenfalls dem Motorsport verfallenen Bruder Jon in Gittelde zu Hause ist.
Allerdings scheint zumindest in hiesigen Breiten der Weg noch lang. Denn in den stärkeren Motorenklassen fand sich kein weibliches Wesen mehr in den Melde- und Ergebnislisten wieder. Dafür mit Holger Schäfer noch ein Lokalmatador. Der Osteröder startete allerdings bei den schweren Maschinen und landete im Mittelfeld der Klasse V.
Insgesamt waren 120 Fahrer am Start. Die Masse kam aus dem Raum zwischen Kassel und Hannover, doch auch bis Thüringen und nach Hessen hat es sich herumgesprochen, dass unweit von Teichhütte ein bestens organisiertes Motocross-Rennen im Rahmen der ADAC-Wertungen statt findet. Die meisten Starter hatten in der Klasse IV gemeldet. Insgesamt 28 Fahrer traten auf ihren Zweitaktern (bis 125 ccm) und Viertaktern (bis 250 ccm) auf dem einen Kilometer langen Rundkurs an. Zwei Durchgänge galt es dabei zu absolvieren. Die Zeiten wurden addiert und der mit der niedrigsten Summe bekam den größten Pokal.
In der Klasse IV war das Dennis Montag. Schon im ersten Durchgang distanzierte er die Konkurrenz deutlich. Im ersten Lauf war es fast eine halbe Minute Vorsprung auf den Zweiten Marian Ahrens. Im zweiten Lauf ging er es dann etwas vorsichtiger an, fuhr aber wieder mit neun Sekunden Vorsprung Bestzeit.
Radek Baranowski und Marc Engelhardt machten die Klasse V unter sich aus. Nach dem ersten Durchgang hatte Engelhardt mit sieben Sekunden die Nase vorn, doch Baranowski wendete im zweiten das Blatt und fuhr gute 20 Sekunden heraus, was ihm am Ende dann den Sieg in der Klasse brachte. In Klasse III sicherte sich Florian Doms mit zwei Mal Bestzeit den Pokal. In Klasse II gab es ebenfalls ein Kopf an Kopf Rennen. Hier reichte allerdings der Vorsprung, den Miguel Zwickert im ersten Lauf erzielte, um Maximilian Gunkel, der den zweiten Durchgang gewann, in Schach zu halten. Jon Bardun konnte in Klasse I Platz zwei hinter dem zweimal siegreichen Finn Wiedersprecher erobern.
Beim finalen amerikanischen Rennen konnte der in Klasse V vom obersten Treppchen geschubste Engelhardt aber triumphieren. „Dieses Ausscheidungsrennen ist bei den Zuschauern sehr beliebt“, verriet André Frank, 1. Vorsitzender des RTC Northeim. Die besten Drei aus den Klassen IV, V, und VI fahren jeweils eine Runde. Der letzte im Ziel scheidet aus. So geht es weiter bis zum Finale, in dem auch hier Baranowski der Gegner Engelhardts war. Doch diesmal setzte sich Engelhardt mit 2,3 Sekunden Vorsprung durch.
Die sportlichen Leistungen waren prima, die Strecke in einem optimalen Zustand. Nur die Zuschauerresonanz ließ zu wünschen übrig. „Am Samstag war kaum jemand hier“, hatte das kalte Regenwetter kaum Fans an die Strecke gelockt. Auch am Sonntag hatte Frank den Eindruck, dass „im letzten Jahr mehr Zuschauer da waren.“ Ein endgültiges Resümee wird der RTC Northeim allerdings erst noch ziehen, denn am Montag war zunächst großes Aufräumen angesagt.