Montainbiker zeigen echtes Durchhaltevermögen

Die Teilnehmer am MTB-Marathon bewiesen, dass sie keine „Schönwetter-Sportler“ sind und zeigten trotz widriger Wetterverhältnisse hervorragende Leistungen. (Foto: Kluge)

Volker Lutz feiert Heimsieg bei TrengaDe MTB-Marathon in Clausthal / Wetterbedingungen sehr schwierig

Von Camillo Kluge,
Clausthal-Zellerfeld

Einen Heimsieg feierte Volker Lutz beim 15. TrengaDe Mountainbike-Marathon des WSV Clausthal-Zellerfeld. Der Wolfsburger, der für den WSV startet, siegte über die 102 Kilometer lange Strecke in 4:00:31 Stunden und lag damit nur 28 Sekunden vor Peter Hermann aus Lübbecke. „Die Fahrer sahen im Ziel alle erst einmal gleich aus“, nahm es Daniel Langer, federführend beim Ausrichter, mit Humor, dass die Veranstaltung völlig verregnet war.
Die Fahrer hingegen hatten im Ziel zunächst einmal nicht so freudestrahlende Gesichter, völlig unabhängig von ihrem Platz. Einstellige Temperaturen und stundenlanger Dauerregen forderten richtigen Biss. „Das war erst das zweite Mal in den 15 Jahren, dass es so geregnet hat“, weiß Langer. Die warme Suppe, die der WSV für die Sportler im Ziel dann bereit hatte, zauberte dann doch schnell wieder ein Lächeln auf die vom Schmutz verschmierten Gesichter der Biker.
Vor dem Rennen war Julia Wahnig aus Hannover noch gut gelaunt. Nach dem Rennen in Altenau vor 14 Tagen war dies erst der zweite Wettkampf, den sie bestritt. „In Altenau war ich auf Anhieb Siegerin bei den Damen“, hatte der Erfolg für Motivation gesorgt, und „es ist hier sehr schön im Harz.“ Als einstige Langstreckenläuferin konditionell prima in Schuss bestätigte sie auch diesmal die Leistung von Altenau und eroberte den zweiten Platz nicht einmal eine Minute hinter Siegerin Naima Diesner aus Göttingen.
Durchgehalten und nicht als Letzte ins Ziel kamen auch Jonas Jaspers und Andreas Spichal. Die beiden Studenten an der TU Clausthal hatten sich „einfach angemeldet. Wir fahren seit einem Jahr Mountainbike und hier immer ein wenig durch den Oberharz“, sagt Jasper. So waren sie nach den 34 Kilometern erschöpft, aber zufrieden. Der Männer-Sieger auf der Kurzdistanz 34 Kilometer, Thomas Zühlke aus Lüneburg, war zwar mehr als doppelt so schnell und verwies André Zamponi und Christian Bank auf die Plätze.
Trotz der misslichen Witterung gab es lediglich einen schweren Sturz. Auf der Forststraße hatte ein Fahrer eine Kurve nicht richtig bekommen und war unglücklich auf die Schulter gestürzt. „Er wurde im Krankenhaus behandelt, ist aber wieder zuhause“, wusste Langer zu berichten. Er war auch zufrieden, dass die Beteiligung mit 210 Startern dank der Witterung zwar nicht ganz den Teilnehmerzahlen der Vorjahre entsprach, aber auch nicht so schlecht war. „Auch haben nur sehr wenige Sportler vorher aufgegeben“, lobte er. Von den zwölf weiblichen Startern, die sich auf Mittel- und Kurzstrecke verteilten, hatten sich sogar alle ins Ziel durchgekämpft. Ärgerlich hingegen war noch eine kurzfristige Änderung der Strecke. Denn der Besitzer des Geländes im Spiegeltal, das als Ausweichstrecke für die nicht nutzbare Brücke vorgesehen war, wollte „plötzlich pro Fahrer einen Euro dafür haben“, war Langer verärgert. Doch ganz kurzfristig hatte der WSV noch eine andere Bachquerung angelegt, so dass ohne allzu große Veränderung am Streckenverlauf das Rennen reibungslos und ohne zusätzliche Kosten ablief. In der Mitteldistanz (68 Kilometer) gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit einer Sekunde Vorsprung siegte Andre Kleindienst (MTV Förste) in 2:34:29 Stunden vor dem allerdings in der Seniorenklasse startenden Stefan Danowski (Hamburg). Das nächste Rennen im Rahmen des Harzer MTB-Cups 2012 startet am 30. Juni in Hohegeiß. Alle Ergebnisse gibt es im Internet unter www.sportident.com/timing.