Nahezu alles war besser als im letzten Jahr

Warten auf den Startschuss. (Foto: Kluge)
 
Katrin Reeb (121) ist in Clausthal-Zellerfeld groß geworden, wohnt mittlerweile an der Nordsee. Der Triathlon war ein guter Grund zum Besuch in der Heimat. (Foto: Kluge)

2. Globetrotter-Harz-Triathlon in Clausthal-Zellerfeld ausgetragen / Mehr Athleten und mehr Zuschauer

Von Camillo Kluge,
Clausthal-Zellerfeld

Nahezu alles war besser als im Vorjahr beim 2. Globetrotter-Harz-Triathlon. Mehr Athleten, mehr Zuschauer, selbst das Wetter zeigte sich den Sportlern freundlicher. Und auch „organisatorisch haben wir uns stark gesteigert“, befand Martin Weigel, Vorstandsvorsitzender der verantwortlichen Glücksburg Consulting AG.
Da erntete er nicht viel Widerspruch, sowohl Erst- als auch Wiederholungstäter lobten die reibungslosen Ablauf, die gute Organisation und vor allen Dingen die tollen Strecken. Besonders machte sich das beim Cross-Triathlon bemerkbar, denn Christian Deike hatte den Kurs neu gesteckt, die Hälfte der alten Strecke raus genommen und mit Mountainbike typischen Pfa­den ergänzt und auch verlängert. Er kassierte sein Extra­lob von Weigel auf der Bühne genauso zu recht wie die Organisatoren vor Ort Gabi Lader und Silvia Hoheisel, die in den letzten Tagen nahezu rund um die Uhr für den Triathlon im Einsatz waren, was ihnen auch anzusehen war.
„Ich möchte mich achtbar schlagen, vorne mit dabei sein“, sagte Rebekka Eßmüller vor dem Sprint-Triathlon. Zumal sie wusste, dass nicht nur mit Ines Estedt die Titelverteidigerin, sechsfache Deutsche Meisterin und zweifache Weltmeisterin auf der Langdistanz als Konkurrentin im Feld ist, sondern auch einige aus dem Juniorenkader aus Neubrandenburg. Am Ende sorgte sie aber für das spannendste Rennen.
Nach den 500-Meter-Schwimmen lag sie fast eine Minute hinter einem führenden Quartett aus Neubrandenburg rund um Ines Estedt. Auf der 23-Kilometer-Radstrecke konnte sie die Nachwuchsathletinnen überholen, doch Estedt ging mit immer noch 53 Sekunden Vorsprung auf die Laufstrecke. „Am Ende der ersten Runde habe ich sie aber schon vor mir gesehen“, sagt Eßmüller. So motiviert konnte sie noch einmal anziehen, die zweiten 2,5 Kilometer richtig Tempo machen und hatte am Ende 22 Sekunden Vorsprung auf Ines Estedt. Der Nachwuchs aus Neubrandenburg erreichte erst einige Minuten später das Ziel.
„Mir hat es sehr gut gefallen“, Eßmüller war rundum zufrieden. Aber auch die Geschlagenen lobten die Veranstaltung. „Alles ist top organisiert, die Radstrecke ist sehr anspruchsvoll und auch die Laufstrecke hat es in sich“, lobte Jenny Hildebrandt aus dem Neubrandenburger-Team. Ähnlich hatte sich auch Vize-Europameister Jan Raphael geäußert. „Die Laufstrecke ist abwechslungsreich und durch die wechselnden Beläge sehr fordernd“, sagte Raphael, was aber nicht der Grund war, dass er die Favoritenrolle im Vorfeld weit von sich schob. „Ich komme halt von der Langstrecke und zudem frisch aus dem Trainingslager.“ 97 Sekunden waren es am Ende, die ihn vom gerade 18-jährigen Sieger Jonas Schornburg trennten. Allerdings hatte Raphael auf Vorjahressieger Danny Friese, den mehrfachen Deutschen Juniorenmeister sowie EM- und WM-Teilnehmer auf Platz drei ebenso großen Vorsprung. „Mäßig, aber nicht anders erwartet“, titulierte er trotz des Erfolges seine Leistung, hatte dafür für das Event an sich nur lobende Worte. „Super Wettkampf, schöne Location, alles sehr gut gesichert, das ist ein Wettkampf mit Potential“, so Raphael.
Die Masse der Starter erreichte zwischen 80 und 100 Minuten das Ziel. So zum Beispiel Maik Czesla, Vorsitzender der Triathlon-Abteilung des TuS Clausthal-Zellerfeld. „Beim ersten Mal will ich nur gut durchkommen, ein Gefühl für solch eine Veranstaltung entwickeln“, sagte er vor dem Rennen, bei dem insgesamt fünf TuS-Triathleten und eine Staffel an den Start gingen. Am Ende war er mit sich und seiner Leistung zufrieden, vor allem „Rad fahren ist super gelaufen.“ Seine Stellvertreterin im Verein Gabriele Schröder-Gewehr umarmte und herzte voller Glücksgefühle nach dem Rennen jeden. Nicht letzte werden, sich gegenüber dem Vorjahr leicht verbessern, so lauteten ihre Ziele. „Ich fühle mich gut“, strahlte sie im Ziel, hatte sie doch einige Starter hinter sich gelassen. Sven Czesla, ebenfalls erstmal bei einem Triathlon am Start, gestand: „Beim Laufen war die Kraft zu Ende.“ Doch was alle Sportler unisono lobten war die gute Unterstützung an der Strecke von den Zuschauern. „Die Anfeuerung treibt einen noch mal zusätzlich an, gibt weitere Kraft“, sagte Schröder-Gewehr.
Recht sachlich äußerte sich Sebastian Sdrenka, der Platz fünf bei der mit dem Rennen ausgetragenen Deutschen Hochschulmeisterschaft belegte. „Mein Wunsch ein tolles Event mit zu machen hat sich erfüllt“, sagte er zufrieden.
Fast unfallfrei blieb der Cross-Triathlon, bei dem eben die Radstrecke durch den Wald und nicht wie beim Sprint über die Straße führt. Einen Sturz gab es, und der passierte nicht einmal bei der schnellen, steilen und engen Abfahrt sondern in einem kleinen Kessel, doch waren nur ein paar wenige Abschürfungen zu behandeln. „Eine sehr gute Strecke“, lobte Artjom Gräfenstein, der im Siegerteam des Firmencups Sympatec Rodos die Radstrecke absolvierte.
„Anspruchsvoll und schön und auch technisch anspruchsvoll“, skizzierte er, der regelmäßig erfolgreich bei den Harzer Mountainbike-Marathon-Rennen startet, den Kurs.
So gab es am 2. Globetrotter- Harz-Triathlon eigentlich nichts zu bemängeln, außer „den Damm hätte man ja schon mal mähen können.“ Doch selbst die Kritik eines Besuchers, der wohl auch durch Mückenkaskaden, die sich aus dem hohen Gras erhoben, laufen musste, musste der Veranstalter nicht einsteigen. Der sportliche leiter Ludwig Kiefer hatte sich auch darum gekümmert, doch: „Der Mitarbeiter der Harz-Wasser-Werke sagte, das hohe Gras würde der deutlichen optischen Trennung zum Weg dienen.“ Eine erste Voranmeldung für kommendes Jahr steht auch schon. Dieses Jahr beruflich verhindert sagte Weigel: „Nächstes Jahr will ich wieder starten.“ Damit dürfte wohl amtlich sein, dass kommenden Juni der 3. Globetrotter-Harz- Triathlon wieder den Oberharz bewegt.