Der Baumbestand in Eisdorf wurde krank gepflegt

Gemeinde verbietet Anwohnern, Pflegeschnitt an Bäumen durchzuführen

Ein klares Votum für die Bäume in der Gemeinde Eisdorf gab der Bau- und Umweltausschuss des Rates. Vor allem der Unsitte, dass jeder im Prinzip an den Bäumen herumschneide, stieß den Ausschussmitgliedern unangenehm auf. „Eigeninitiative ist eine schöne Sache, aber wenn Bäume heruntergeschnitten werden, ist es doch sehr grenzwertig“, formulierte es Werksleiter Jürgen Beck.

Von Camillo Kluge

Eisdorf. Samtgemeinde-Gärtnerin Birgitt Nienstedt sprach von „Hirschgeweihen“ und betonte, Pflegeschnitt falle in die Zuständigkeit der Gemeinde. Wobei sie etwas mit Schuld an der intensiven „Eigeninitiative“ trägt. Vereinzelt wurde ein eigenverantwortlicher Pflegeschnitt genehmigt, doch habe das nun Überhand genommen mit Konsequenzen. „In 20 Jahren werden die Bäume am Sportplatz wohl abgestorben sein“, so Nienstedt, „dieser „erhaltenswerte Bestand wurde kaputt geschnitten.“
Dem wird nun ein Riegel vorgeschoben. Die Gemeinde übernimmt nun wieder alleine ihre hoheitliche Aufgabe des Pflegeschnittes, Eigenmächtigkeit der Bürger könnte nun zu Schadenersatzforderungen führen. Insofern wurde der Antrag auf „Entfernung von vier Bergahorn-Bäumen längs der Straße Sandbucht“ abschlägig beschieden. Da störe lediglich das viele Laub, aber schließlich gehöre zum ländlichen Leben auch viel Grün.
Einen leicht erhöhten Etat gegenüber den tatsächlichen Ausgaben des Vorjahres weist die Kostenübersicht über die öffentlichen Grünanlagen für 2011 auf. Grund ist der sehr lange und intensive Winter 2010. Insgesamt stehen 31.700 Euro zur Verfügung, die für die Pflege der Grünanlagen im Eisdorfer Gemeindegebiet ausgegeben werden. Knut Willamowius (CDU) bat zu prüfen, ob der Graben Mitteldorf nicht öfter gemäht werden könne. „Die Brennnesseln wachsen da meterhoch“, so der CDU-Ratsherr.
Für eine Rutsche hatte sich der Ausschuss schnell entschieden. Von den 9500,- Euro, die für die Eisdorfer Spielplätze für Geräte-Neuanschaffungen zur Verfügung stehen, frisst die neue Rutsche mit sämtlichen Aufstellarbeiten fast zwei Drittel. Sie wird aus Kunststoff sein und den Spielplatz an der Kirche bereichern. Welche Tischtennisplatte demnächst den Spielplatz Uferstraße verschönert, ist noch ungewiss. Einige Ausschussmitglieder tendierten für eine wie eine Acht geformte Platte, die bei Spielen wie Rundlauf das Verletzungsrisiko an den Ecken verringern soll. Doch darüber wollen sich die Mitglieder noch beraten.
Einem Antrag auf „Umstellung einer Wegefläche Mühlenbeu 16“ wird nur statt- gegeben, wenn verschiedene Vorraussetzungen erfüllt werden. Die Grundstücke dahinter müssen weiter erreichbar bleiben, die Verkehrssicherungspflicht müsse vom Bauherrn übernommen werden, schließlich handele es sich lediglich um eine optische Verbesserung des Weges, und letztlich müssen die Nachbarn mit diesen Maßnahmen einverstanden sein. „Das werden wir klären und erst dann können wir über den Antrag beschließen“, so Beck. Schließlich werden Verwaltung und Fraktionsmitglieder in den nächsten Tagen zu einer Ortsbesichtung aufbrechen, um sich einen Überblick über den Zustand der Straßen zu verschaffen. Hinsichtlich anstehender Straßenausbesserungsarbeiten wird dann gemeinsam eine Prioritätenliste erstellt.