Dorferneuerung in Eisdorf steht auf der Kippe

Zuschüsse werden in diesem Jahr nicht mehr fließen / Sitzung am Mittwoch

Von Petra Bordfeld, Eisdorf

Bei der bereits 14ten Sitzung des Arbeitskreises „Dorferneuerung Eisdorf“ stellte sich schnell heraus, dass seitens des LGLN Northeim (Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen - Regionaldirektion Northeim) und des Landes Niedersachsen in diesem Jahr keine Gelder für private Maßnahmen mehr fließen werden.
Aber sowohl von dem Leiter des Amtes für Landentwicklung, Franz Brinker und Birgit Roth, ebenfalls von dem LGLN, als auch von dem Architekten, Jörg Bolle, war zu vernehmen, dass der Finanzzug zwar langsamer rolle aber bestimmt nicht in Richtung Abstellgleis.
Um diese Äußerung zu untermauern, werden die drei Fachleute am Mittwoch, 25. Mai, ab 19 Uhr, zusammen mit Mitgliedern des Arbeitskreises im ehemaligen Gemeindebüro Antragsstellern zur Verfügung stehen.
Petra Pinnecke erinnerte eingangs daran, dass der Arbeitskreis sich das letzte Mal im Januar getroffen hat und so langsam die Frage aufgetaucht sei, ob das mit der Dorferneuerung noch was werden könne. Letztendlich lasse es sich nicht vom Tisch wischen, dass die Kommunalaufsichtsbehörde den Haushalt der Gemeinde Eisdorf nicht genehmigt habe, weil in Erwägung gezogen wurde, aufgrund der Dorferneuerung Kredite aufzunehmen.
Genau wegen dieses Vorhabens sei ein Nein erfolgt. Zwar habe man bereits 2004 mit dem Land Niedersachsen eine Zielvereinbarung geschlossen, die Ausgaben und die damit verbundenen Schulden herunter zu schrauben. Aber im Fall der Dorferneuerung müssten Gelder aufgenommen werden. Sie könne einfach nicht verstehen, warum das Ministerium davor die Augen verschließe, so die Bürgermeisterin weiter. Mitglieder des Arbeitskreises klapperten das Dorf ab, um Interessenten zu finden, erarbeite in der Hoffnung der Umsetzung einen Plan, und dann werde der Haushalt nicht genehmigt. Das stimme sie traurig, so Petra Pinnecke, denn die Frage der Bürger sei unvermeidbar, die da laute: „Was habt ihr uns bloß erzählt?“
Ulrich Pflugfelder mahnte an, dass bei jeder Entscheidung nicht vergessen werden dürfte, dass diese Dorferneuerung auch dazu diene, ein Fundament zum Erhalt der Bürgerzahlen zu legen.
Franz Brinker hob hervor, dass sich der Arbeitskreis im Rahmen der Erarbeitung des Dorferneuerungsplanes intensiv mit der zukünftigen Entwicklung von Eisdorf auseinander gesetzt habe. Aber auch er empfände die momentane Lage alles andere als erfreulich.
Allerdings müsse man zwischen der Förderung von privaten und öffentlichen Maßnahmen unterscheiden. Für die Umsetzung der öffentlichen Maßnahmen seien Gelder des Amtes für Landentwicklung Göttingen für Eisdorf eingeplant und stünden für eine Beantragung auch zur Verfügung. Allerdings verbiete hier die Haushaltslage der Gemeinde die Aufbringung der erforderlichen Eigenmittel. Im privaten Bereich hingegen habe der Bund in diesem Jahr die Haushaltsmittel drastisch gekürzt. Durch diese unerwartete Kürzung könne das Amt für Landentwicklung von den gegenwärtigen vier privaten Anträgen leider nur einen fördern.
Herbert Lohrberg kritisierte, dass wohl vergessen werde, dass Eisdorf als eine von zwölf niedersächsischen Gemeinden in dieses Modellprojekt gekommen sei, weil hier leer stehende Häuser und Hofanlagen vorhanden sind. Bereits 2008 habe Jörg Bolle versichert, die Planungen seien in einem Jahr zu schaffen, bislang habe man es aber nur bis zum Entwurf gebracht.
Er stelle sich die Frage, ob der ländliche Raum in Süd Niedersachsen aussterben solle, also ganze Dörfer, vielleicht auch Eisdorf, dichtgemacht würden. Man könne doch bei einer Planungskosteninvestition von rund 100 000 Euro mehr als eine Broschüre und eine CD erwarten.
Nach der heißen, aber fairen Diskussion legte Jörg Bolle noch die Ergebnisse des Dörferforums vor, die sich mit dem planerischen und rechtlichen Bereich ebenso befasste wie mit finanziellen und psychosozialen Erfolgsfaktoren befassten. Er versicherte, dass es auch die Möglichkeit gebe, sich mit anderen Dörfern kurz zu schließen und Erfahrungen auszutauschen. Dafür könnte durchaus folgende Adresse im Internet angeklickt werden: www.DorfHausMarkt.de.