Eisdorfer Rat verabschiedet letzten Haushaltsplan

Bürgermeisterin Petra Pinnecke mit dem neuen Jugendpfleger Daniel Retucci-Schellbach (2. von links) und Jugendpfleger Nico Völker (links). (Foto: Bordfeld)

Mit der Umwandlung der Samtgemeinde in eine Einheitsgemeinde werden Willensen und Eisdorf nicht stehen bleiben

Eisdorf (pb). Da es am dem 28. Februar 2013 keine Samtgemeinde Bad Grund mehr geben wird, hat der Rat Eisdorf/Willensen damit auch seinen letzten Haushaltsplanentwurf einstimmig erlassen. Bevor es aber zur Abstimmung kam, legte der Kämmerer der Samtgemeinde, Volker Höfert, seinen Bericht vor, der mit einem Blick zurück ins Jahr 1972 begann und mit den Worten endete, dass alles anders werden dürfte, wenn in der Einheitsgemeinde nur noch ein Haushalt zu verabschieden ist. Das werde an den Problemen in den Ortschaften nicht viel ändern. Allerdings werde es in Eisdorf und in Willensen interessant, wie sich diese beiden Ortschaften entwickeln. Die Finanzplanung, die angeschobenen Projekte in der Dorferneuerung und anderes machten schon Mut, das eine oder andere auch wirklich umsetzen zu können. „Es wird Zeit brauchen, es werden kleine Schritte sein, aber wir werden ab 2013 nicht stehen bleiben“, so Höfert.
Zurück zu 1972. Im Juni dieses Jahres wurden Willensen und Eisdorf zusammengeführt. 1973 wurde der erste gemeinsame Haushalt während einer dreieinhalb Stunden währenden Ratssitzung verabschiedet. Und schon damals hätten die Posten nicht viel anders ausgesehen. So habe der TSC beispielsweise beantragt, die Samtgemeinde möge die Kosten für die Unterhaltung und den Ausbau von Sportplatzanlagen übernehmen. In Eisdorf sollten Straßenschilder eingeführt werden, heute gibt es Straßennamen und Hausnummern, dafür werde um flächendeckende DSL gekämpft. Außerdem sei eine Erschließungsbeitragssatzung beschlossen worden, in der es um die Verbesserung der Straßenbeleuchtungseinrichtungen ging. Und einige jugendliche Besucher der Ratssitzung hätten kritisiert, dass für die jungen Bürger ihrer Meinung nach zu wenig getan werde, die Stelle des Ortsjugendpflegers war damals noch vakant.
Der Haushalt habe mit einem Fehlbedarf von 70.369 DM abgeschlossen, welcher durch eine Nachtragshaushaltssatzung auf 33.735 DM reduziert worden sei. Der Haushaltsplanentwurf 2012 schließt mit einem ordentlichen Ergebnis von 31.700 Euro ab, weil laut Beschluss des Verwaltungsausschusses Mittel in Höhe von 2500 Euro für die Kinderspielplätze sowie 1500 Euro für die Beteiligung der Gemeinde an der Sanierung der Gemeindefahne veranschlagt wurden. Alles in allem, so Höfert, weise dieses Jahresergebnis eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr auf.
Das Gesamtvolumen im Ergebnishaushalt von Eisdorf ist die Summe von 1.025.600 Euro festgeschrieben. Gut 67 Prozent (687.660 Euro) beanspruchen die Umlageverpflichtungen. Fast 16 Prozent (163.200 Euro) sind für Aufwendungen im Straßenunterhalt, AfA (Abschreibung für Abnutzung) und Straßenbeleuchtung gedacht, gut zwei Prozent (21.400 Euro) für die Betreuung der Gemeindeorgane, 1,61 Prozent (16.500 Euro) für die Spiel- und Sportplätze und nicht ganz ein Prozent (9800 Euro) für die Grünanlagenpflege.
Es galt aber auch eine Ergänzung des Ratsbeschlusses vom 25. Januar zur Umwandlung der Samtgemeinde Bad Grund in eine Einheitsgemeinde zu beschließen. Das Innenministerium bestand darauf, dass folgender Satz eingefügt wird: „Die Samtgemeinde Bad Grund (Harz) und ihre Mitgliedsgemeinden Bergstadt Bad Grund (Harz), Gemeinden Badenhausen, Eisdorf und Windhausen sowie Flecken Gittelde beschließen die Umwandlung in eine Einheitsgemeinde“. Der Auftrag aus Hannover wurde mit einer Enthaltung angenommen.
Bürgermeisterin Petra Pinnecke nutzte die Sitzung des Rates im ehemaligen Gemeindebüro dazu, Niko Riehl, der aus beruflichen Gründen sein Amt als Jugendpfleger abgegeben hat, im Namen der Gemeinde ein großes Dankeschön für seinen immerwährenden Einsatz im Interesse der jungen Leute zu danken und ein Erinnerungsgeschenk zu überreichen. Sie ließ es sich aber auch nicht nehmen, Daniel Retucci-Schellbach, aufs Herzlichste zu begrüßen und ihm alle Gute als neuen Jugendpfleger zu wünschen.