Zahl der Gemeindemitglieder sinkt weiter

Joachim Jünemann, Stefan Rutzen, Bernd Klapproth, Jürgen Weitemeyer, Regina Selzer, Pastor Dr. Ing. Uwe Brinkmann, Monika Klapproth und Tobias Armbrecht (von links). (Foto: Bordfeld)

Die Suche nach einem neuen Pastor für Eisdorf, Nienstedt und Förste gestaltet sich weiter schwierig

„Der Ort muss offen und froh auf den neuen Pastor oder die neue Pastorin zugehen“, Worte von Pastor Uwe Brinkmann anlässlich der Versammlung der St. Georg-Kirchengemeinde und der Jahreshauptversammlung des Vereins „Die Kirche bleibt im Dorf“.
Er versicherte, dass auch trotz des mittlerweile anstehenden Pastorenmangels Eisdorf nicht vergessen wird, vielleicht könne er oder sie bereits im Juni begrüßt werden.
Jeder sollte sich überlegen, dass bei dem Mangel an Pastoren die neu zu besetzende Stelle mit Sicherheit leer bliebe, wenn die Gemeinde nicht auf den frisch gewonnenen Mann oder die neue Frau Gottes zugehe. Denn er oder sie werde sich dann bestimmt auf die Suche nach einem Arbeitsplatz an anderer Stelle machen, wo er/sie willkommen ist. Zwar sei ein Kirchenvorstand und alle seine Mitglieder äußerst wichtig, und er arbeite sehr gerne mit denen zusammen, aber ohne Pastor oder Pastorin verlaufe die christliche Gemeinschaft bestimmt nicht besser.
Auch Tobias Armbrecht, erster Vorsitzender des Kirchenvorstandes Eisdorf, kam auf dieses Thema zu sprechen. Bereits ab Ende 2011 hätte man gemeinsam mit dem Kirchenvorstand Nienstedt/Förste an einer Stellenausschreibung für die gemeinsame Pfarrstelle gearbeitet. Da diese bislang erfolglos geblieben sei, habe man sich letztendlich zu einem Gespräch mit Landessuperintendent Eckhard Gorka in Hildesheim getroffen.
Dieser habe versprochen, sich verstärkt um die Besetzung eben dieser Stelle zu kümmern – bislang auch ohne Erfolg. „Wir sind aber weiterhin mit Eckhard Gorka und auch mit unserem Superintendenten Volkmar Keil in Verbindung, um bis zu diesem Sommer eine Lösung zu finden“, so Armbrecht weiter.
Dann kam er auf die ausgeführten Aktionen zu sprechen. Im Jahr 2012 seien in der St. Georg-Kirche nur sechs Taufgottesdienste und fünf Hochzeiten gefeiert worden. Leider sei die Mitgliederzahl in den letzten vier Jahren von 1250 auf 1164 gesunken. Im April hätten 22 Mädchen und Jungen ihre Konfirmation gefeiert.
Ein ganz wichtiger Gottesdienst im letzten Herbst sei allerdings die Amtseinführung von Kirstin Henrici als Lektorin für die Gemeinde und für den Kirchenkreis Harzer Land gewesen. Die große Anzahl an Gemeindemitgliedern und Gästen aus den benachbarten Kirchengemeinden habe aufgezeigt, wie sehr ihre Arbeit geschätzt wird.
Der Kirchenvorstandsvorsitzende stellte aber auch die Frage, was 2013 kommen wird. Da Pastor Brinkmann mittlerweile verstärkt im neuen Kirchenkreis eingebunden ist, werden auch die Pastoren und Lektorinnen der Region wieder öfter in Eisdorf und Willensen zu Gast sein. „Wir vom Kirchenvorstand, aber auch Sie als Gemeindeglieder, spüren in dieser Zeit ganz deutlich, was es bedeuten kann, wenn der Pastor nicht immer greifbar ist“.
Für den neuen Pastor oder die neue Pastorin bedeute aber der Einzug in das von Grund auf renovierte Pfarrhaus in Eisdorf auch, dass er/sie vier Dörfer zu versorgen hat, zwei Kirchen und eine Kapelle, rund 2800 Gemeindeglieder in zwei Gemeinden.
Mit den Nienstedter und Förster Kirchenvorstehern sei man sich darüber einig, dass ein Pastor nicht die komplette Arbeit übernehmen kann, die bisher von zwei Pastoren geleistet wurde. „Hier muss es zu Veränderungen kommen“. Es werde in allen Bereichen die verstärkte Mitarbeit von Ehrenamtlichen notwendig sein.
Die Kirchengemeinde plant in diesem Jahr außerdem wieder eine größere Baumaßnahme - und zwar am Gemeindehaus.