Ortsrat Engelade: Erneuter Protest gegen den Schwerlastverkehr

Mitglieder des Ortsrates beschäftigen sich ausführlich mit dem Ausbau der Straße „Über den Rotten“ – Auch die Brenntage thematisiert

Engelade (bo). Das Thema zieht sich seit Jahrzehnten schon wie der berühmte „rote Faden“ durch die Sitzungen des Ortsrates Engelade, treibt in sporadischen Abständen die erbosten Bürgerinnen und Bürger auf die Barrikaden und beschäftigt die Verwaltung sowie die zuständigen politischen Fachgremien. Und all das, mit nur mäßigem Erfolg. Die Rede ist von der Belas­tung und Belästigung der Einwohner Engelades durch den Schwerlastverkehr.
In der ersten Sitzung des Ortsrates Engelade im neuen Jahr, hatten zu­nächst die Bürger das Wort. Ein Anwohner der Herrhäuser Straße übte dabei massive Kritik am Ortsrat und insbesondere an der Ortsbürgermeisterin: „Warum stellt ihr Euch zur Wahl wenn nichts erreicht wird? Seit 20 Jahren beobachte ich den starken Verkehr durch Engelade und den Schwerlastverkehr in und aus dem Gewerbegebiet Triftstraße, und nichts geschieht!“, so die Vorwürfe.
Doris Fischer konnte im Einzelnen dagegensprechen. Immer wieder appellierte sie einmal mehr an die zuständigen Stellen und politisch relevanten Kräfte, sich erneut mit der Engeläder Problematik zu beschäftigen und endlich Lösungsansätze auf den Tisch zu bringen. Es müsse erreicht werden, dass sich auch die Bürgerinnen und Bürger in Engelade wieder sicher im Ort bewegen können. Ebenfalls berichtete Fischer von der Verkehrsschau, die im Oktober 2010 stattgefunden hatte. In dieser wurde die Verkehrssituation in Engelade ausführlich erörtert und eine Verbesserung protokollarisch aufgenommen.
Im Verlauf der Einwohnerfragestunde wollte einer der Teilnehmer wissen, ob die tiefen Schlaglöcher der örtlichen Straßen ausgebessert werden sollen und für wann der Ausbau der BAB A7 vorgesehen ist.
Besonders ausführlich beschäftigten sich die Mitglieder des Ortsrates mit dem Ausbau der Straße „Über den Rotten“. Ortsbürgermeisterin Doris Fischer teilte mit, dass Anlieger nach der Bürgerversammlung im Februar vergangenen Jahres auf sie zugekommen seien, um ihren Unmut kund zu tun. Grund war die vorgesehene Baumbepflanzung im Wendehammer des Ausbaues der Straße. Die Anlieger sprachen sich gegen einen Baum an der vorgesehenen Stelle aus und wiesen auf die Situation im Winter, die Schneeräumung sowie auf die Zugänglichkeit für Müllfahrzeuge der Abfallwirtschaft hin.
Auch die Mitglieder des Ortsrates haben sich dem Wunsch der Anwohner angeschlossen, dort keinen Baum zu pflanzen, denn selbst die Anwohner haben insbesondere im Winter erhebliche Schwierigkeiten mit ihren privaten Fahrzeugen dort hochzukommen.
Die SPD-Fraktion im Ortsrat reichte einen Antrag ein, im Zuge des Ausbaues der Straße „Über den Rotten“ eine Bushaltestelle von Seesen kommend einzurichten. Durch den starken Durchgangsverkehr muss eine Sicherheit für die im Oberdorf wohnenden Schulkinder, Jugendlichen und älteren Bürger gegeben sein. Schließlich befindet sich die nächste Bushaltestelle erst wieder im Bereich des Seckauberges.
Im weiteren Verlauf informierte Doris Fischer, dass die Sitzgarnituren aus Holz am Feuerwehrgerätehaus mit der Zeit morsch geworden sind. Da dieser Platz mittlerweile zu einem kleinen Dorfplatz geworden ist – sie erinnert an den Maibockanstich, denHimmelfahrtsgottesdienst und die geselligen Sommerabende der Feuerwehr – wurde bei der Terminabsprache mit den Vereinsvertretern beschlossen, dort neue Bänke aufzustellen. Die vorhandenen Tische wurden von den Kameraden der Feuerwehr wieder hergestellt. Nach kurzer Beratung beschloss der Ortsrat einstimmig, diesen Kauf mit einem Zuschuss von 350 Euro unterstützen zu wollen.
Zudem hatte sich Ortsratsmitglied Tobias Kiehne (CDU) mit den Brenntagen beschäftigt und die vorgeschriebenen Tage abgelehnt. Es sei in einem Wohngebiet unerträglich, während der Brenntage den Rauch stundenlang zu ertragen und einzuatmen. Als Alternativen sollten Schredder, Sammelplätze, oder die Mülldeponie in Bornhausen genutzt werden. Weiterhin bestünde die Möglichkeit den Baum- und Strauchschnitt von entsprechenden Firmen, gegen ein kleines Entgelt, abholen zu lassen und auch beim Osterfeuer könnten genannte Reste entsorgt werden.
Dieter Schulz (CDU) erinnert an das Abbrennen von Gartensträuchern in den früheren Jahren. Da wurde bei vorheriger Genehmigung und gutem Wetter das Gartengehölz abgebrannt. Jetzt kann es aber passieren, dass es an den vorgeschriebenen Tagen regnet.
Nach der Besichtigung der Wohnung im Dorfgemeinschaftshaus mit dem Arbeitskreis „Dorfgeschichte“ und anschließender Beratung gab Ortsbürgermeisterin Doris Fischer noch folgende Termine bekannt:
Die Netteschau findet am heutigen Mittwoch, 6. April, um 13.30 Uhr am Dorfgemeinschafthaus in Engelade statt und am Mittwoch, 13. April, um 8.30 Uhr an der Reithalle in Bilderlahe. Das Osterfeuer wird am Samstag, 23. April, abgebrannt. Ausrichter ist der Sportverein Engelade-Bilderlahe. Die Seniorenfahrt des Ortsrates ist für den 20. Juli vorgesehen. Dann geht es nämlich nach Königslutter zur Besichtigung des Kaiserdoms und weiter durch den Elm, vorbei am Tetzelstein, in das Reitlingstal zum Kaffeetrinken.