Ältere Bürger reisten ins Eichsfeld

Gittelder und Teichhütter Senioren lassen es sich bei der Kaffeetafel gut gehen. (Foto: Sablotny)
 
Ein Stadtbummel in Bad Heiligenstadt stand auch auf dem Programm. (Foto: Sablotny)

150 Teilnehmer nahmen an der Halbtagsfahrt ins Eichsfeld teil

Gittelde/Teichhütte (Sab). „Wir haben unsere bisherigen Teilnehmerzahlen getoppt“, so Ursula Schaper bei der Begrüßung im Bus 2 vor der Halbtagsfahrt in das Eichsfeld. Drei Busse mit 150 Teilnehmern fuhren in Richtung Eichsfeld und besuchten dort die historische Kreisstadt Bad Heiligenstadt. Vorbei ging es an Ebergötzen, durch schmucke kleine Ortschaften, schmale und enge Straßen in die „Perle des Eichsfeldes“. Die meisten der Teilnehmer hatten die Namen der kleinen Ortschaften bestimmt noch nicht gehört. Der Busfahrer gab deshalb mehrfach Hinweise. Auffallend war, dass fast keine maroden Gebäude mehr zu sehen waren. Die Häuser erstrahlen in farblichem Glanz, Vorgärten sind bestens gepflegt und Straßen und Bürgersteige sind in einem „Top-Zustand“. „Wenn das man bei uns auch so wäre“, war seufzend zu hören. „Den ehemaligen Bürgern der DDR gönnen wir das aber auch“, war ebenfalls zu hören. Durch schmale Gassen – „ob wir da durchkommen?“ – ging es in die Innenstadt des Heilbades Heiligenstadt.. Alle 150 Personen fanden Platz zum Kaffeetrinken im „Eichsfelder Hof“, und das war sicherlich auch von der Bedienung eine Meisterleistung.
Vom Sprecher des Arbeitskreises Ältere Generation, Horst Ahrens, waren Worte zur Historie der Stadt zu hören, die einige Jahre jünger als Gittelde ist. Besondere Daten und Ereignisse, wie zum Beispiel die Entstehung und Ausweitung des Ortes, der Bau der imposanten St.-Aegidien-Kirche und mehrere Pestepedemien wurden genannt. Tilmann Riemenschneider, der auch in Osterode wirkte, sei um 1460 in Heiligenstadt geboren, war zu hören. Und dann wurde kräftig zugelangt. Der Wirt hatte absprachegemäß extra frische Torte gebacken, und wer nicht wollte, konnte sich Käsebrote mit frischer Butter und Käse aus dem Eichsfeld schmieren. Erika Kroymann und Ursula Schaper nutzten die Gelegenheit, den Senioren für die nächsten Fahrten Organisatorisches mitzuteilen.
So werden wie bisher alle Senioren schriftlich zu den Fahrten eingeladen. Bis 14 Tage vor der Fahrt sollten Horst Ahrens, Erika Kroymann oder Ursula Schaper unterrichtet werden, ob an der Fahrt teilgenommen wird, oder auch nicht. Also auch diejenigen, die nicht mitfahren, sollten das melden. Sollte zweimal hintereinander keine Meldung erfolgen, gäbe es auch keine schriftliche Einladung mehr. Werner Schaper vergibt dann die Plätze an andere Personen.
Und dann ging es hinaus zu einem zweistündigen Stadtbummel. Das herrliche Oktoberwetter wurde genossen. Hin und wieder wurde in den Eiscafés „Süßes“ genossen. Und nach einem anderen Genuss wurde Ausschau gehalten. Schon im Hotel gab es Kostproben davon, und einiges landete sofort im Einkaufsbeutel. Die Rede ist von der leckeren Eichsfelder Mettwurst, die laut EU-Ausnahmegenehmigung die einzige Mettwurst ist, die in Europa noch „warmgeschlachtet“ und verarbeitet werden darf. Zahlreiche der Gittelder wurden fündig, und packten eine Stracke oder einen Feldkieker ein. Und dass die Thüringer Wurst machen können, war auch bei einem herzhaften Biss in die echte Thüringer Bratwurst festzustellen. „Hm, die schmeckt aber“, so ein Teichhütter.
Beim Rundgang durch die Fußgängerzone fiel Kurioses auf. „DDR“-Brötchen bot eine Bäckerei an. Auf die Frage, warum sie so genannt werden, war in typischer Sprachart zu hören: „Nu, die Westbrötchen sind doch nur „aufgeplustert“ und bestehen aus viel Luft; unsere Brötchen sind aber, wie das früher auch so war, in der Mitte fest und nicht so „aufgeblasen“.
So gesättigt, zufrieden und mit neuem Wissen über das Eichsfeld versehen, wurde die Heimreise angetreten. Wie üblich wurde auch gesammelt, aber nicht für den Busfahrer, sondern für die am Freitag, 3. Dezember, im Schützenhaus stattfindende Senioren-Weihnachtsfeier. Schriftliche Einladungen gibt es dazu nicht.