„Alles hat seine Zeit“

Nach acht Jahren schließt Marion Hauck ihren Kiosk in Gittelde und freut sich auf neue Herausforderungen. (Foto: Niemann)

Marion Hauck schließt am 20. Mai nach acht Jahren ihren Kiosk in Gittelde

Es wird ein wichtiger Kommunikations-Mittelpunkt im Ort fehlen, wenn Marion Hauck am Samstag, 20. Mai, ihren Kiosk in der Planstraße in Gittelde schließen wird. Fast genau acht Jahre lang führte die 46-Jährige ihren Kiosk, in dem es nicht nur Lebensmittel, sondern dazu auch gute Gespräche und immer ein freundliches Gesicht gab.
Am 2. Mai 2009 eröffnete Marion Hauck ihren Laden im Erdgeschoss ihres Hauses und ergriff damit nach der Schließung der Fuba und der damit zu erwartenden Arbeitslosigkeit die Initiative und blickte nach vorn. Nahezu alles für den täglichen Bedarf, frische Brötchen und Zeitungen gab es bei ihr, auch erfüllte die Gittelderin gerne Sonderwünsche ihrer Kunden. Aber ihr Kiosk war nicht einfach nur ein Ort zum Einkaufen, er war auch Treffpunkt zum Kaffeetrinken, Plaudern oder ein Platz, an dem manch einer auch gerne seine Sorgen loswerden konnte.
Es sei eine schöne und aufregende Zeit gewesen, sagt Marion Hauck, die so einiges aus den acht Jahren berichten könnte. Von kreativen Ausreden bei einem überführten Ladendiebstahl bis hin zu aufbauenden Gesprächen, wenn es jemandem schlecht ging, sei alles dabei gewesen, so Hauck, die immer ein offenes Ohr für ihre Kunden hat. Als Inhaberin war sie stets hilfsbereit und engagierte sich zum Teil auch über das normale Maß hinaus, indem sie Flüchtlingen half, Formulare und offizielle Bescheide zu verstehen. Auch Telefonate führte sie für Menschen, die noch nicht ganz so gut Deutsch konnten. Auf der anderen Seite gab es auch immer wieder ein humorvolles Rätselraten, wenn Flüchtlinge bei ihr einkaufen wollten, auch wenn es einen Einkaufzettel gab. „Da braucht man manchmal schon viel Fantasie beim Entziffern“, so Hauck, aber irgendwie habe man es immer hinbekommen, im Notfall auch mit Händen und Füßen. Wie neulich als ein Flüchtling aus Serbien vor ihr stand mit einem Einkaufszettel, auf dem „one rauchen elem 6 €“ stand. Es habe zwar einen kleinen Moment gedauert, aber irgendwann sei klar gewesen, welche Zigarettenmarke gemeint war.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Print-Ausgabe vom 21. April 2017.