Alte Turmuhr durch Initiative des Heimat- und Geschichtsvereins restauriert

Der Uhrenfachmann Erich Berger neben dem Uhrwerk.

Die Turmuhr in der St.-Mauritius-Kirche war den Gitteldern rund 125 Jahre ein treuer Begleiter

Gittelde (bo). Zwei alte Kirchen sind die Wahrzeichen des Flecken Gitteldes. Durch die fast 1000-jährige Orts- und Kirchengeschichte des Fleckens bergen sie auch viele historische Kostbarkeiten. So auch die alte Turmuhr im Turm der St.-Mauritius-Kirche, die rund 125 Jahre den Gitteldern ein treuer Begleiter in vielen Lebenslagen war und ihnen auch gezeigt hat, „wann die Stunde geschlagen hat“.
Eingebaut wurde die Uhr im Jahre 1861 durch die „Turmuhrenfabrik Weule zu Bockenem“ im Zusammenhang mit einer großen Renovierungs- und Umbauaktion der Kirche. Im Jahre 1987 erfolgte eine große Reparatur, die durch Horst Kipp und Erwin Berger in Eigenleistung durchgeführt wurde, bevor sie im Jahre 1989 durch die jetzige Uhrenanlage mit moderner Technik ersetzt wurde. Das Uhrwerk hatte ein 24-Stundengehwerk und musste täglich per Hand aufgezogen werden. Zeitzeugen erinnern sich noch an diese schwierige Prozedur. Einige Turmuhrliebhaber versuchten mehrere Male, dieses seltene Stück zu erwerben. Sie wurden vom Kirchenvorstand jedoch stets abgewiesen.
Rund 150 Jahre nach dem Einbau erstrahlt sie wieder im neuen Glanz. Auf Initiative des Heimat- und Geschichtsvereins und zwei Sponsoren wurde das alte Uhrwerk von dem Uhrenfachmann Erwin Berger vom Uhrenmuseum Bad Grund aufwendig restauriert. Dieses historische Exemplar der Gittelder Geschichte ist jetzt als Schauobjekt im Turmeingang der St.- Mauritius-Kirche aufgestellt. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde es am 1. Adventssonntag dem Kirchenvorstand, dem Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins und den anwesenden Gottesdienstbesuchern vorgestellt.