„Das sollten viel mehr Menschen machen”

Seit 2003 engagiert sich die Gittelderin Angelika Kronjäger-Scheurich in der Hausaufgabenbetreuung an Grundschulen.

Seit mehr als zwölf Jahren betreut die Gittelderin Angelika Kronjäger-Scheurich Grundschüler bei ihren Hausaufgaben

„Angelika, kannst Du mir helfen?“ Diesen Satz hört Angelika Kronjäger-Scheurich meistens schon, wenn sie gerade mal einen Fuß auf den Schulhof der Lasfelder Grundschule gesetzt hat. Und diese täglich wieder aufkommende Freude beruht auf Gegenseitigkeit.

Bereits seit 2003 ist die Gittelderin ehrenamtlich in der Hausaufgabenbetreuung tätig, anfangs in der Grundschule Am Schwarzenberg in Lerbach und seit 2012 in der Grundschule Lasfelde.
Nach dem Mittag haben die ABC-Schützen, die ganztags betreut werden, zwischen 45 und 60 Minuten Zeit für ihre Hausaufgaben. Dabei hilft ihnen Kronjäger-Scheurich an vier Tagen, zusammen mit drei weiteren Ehrenamtlichen zwischen 56 und 79 Jahren. Im Durchschnitt seien 15 bis 20 Kinder zu betreuen, jedoch reiche die Zeit manchmal gar nicht aus, um sich um alle zu kümmern. „Es sind schon einige Kinder dabei, die diese Hausaufgabenhilfe wirklich brauchen“, sagt die 56-Jährige, und damit meint sie nicht nur diejenigen mit Migrationshintergrund. Eine Faustregel besage, dass in der ersten und zweiten Klasse die Hausaufgaben in etwa 20 Minuten erledigt sein sollten. Dies würden jedoch nur die Wenigsten schaffen. Für sie ist bei ihrer Arbeit besonders ein fairer und lockerer Umgang mit den Schülern wichtig, deshalb dürfen die Kinder sie auch duzen und beim Vornamen nennen. Im Gegenzug hat die gelernte Fotofachverkäuferin aber auch einige lieb gemeinte Spitznamen für besonders schlaue oder trödelnde Kinder in petto.
Manche würden auch immer wieder versuchen, sie auf charmante Weise auszutricksen, erzählt sie schmunzelnd. In den ersten Tagen nach den Winterferien wollte ihr ein Schüler ihrer „Rasselbande“, wie sie sie nennt, weismachen, dass er die Mathe-Hausaufgaben ja schon vor den Ferien fertig hatte. Doch da ließe sie sich nicht an der Nase herumführen. Gerade auch weil für sie besonders wichtig sei, dass die Kinder ihre Aufgaben fertig haben, bevor sie am Nachmittag nach Hause kommen.
Neben der Hausaufgabenbetreuung engagiert sie sich auch noch jeden Montag bei der DLRG im Lehrschwimmbecken, um den Anfängern bei den ersten Schwimmübungen zu helfen, und wirkt neben elf weiteren Frauen beim sogenannten Besuchsdienstkreis in Gittelde mit, der Einwohnern zum Geburtstag ab dem 75. Lebensjahr Gratulationen und ein Präsent überreicht.