Die weiße Frau bringt Unheil über ihre Entdecker

Bodo Biegling (rechts) übergibt der Büchereileiterin Ilonka Prill (Mitte) ein Exemplar seines neusten Buches. (Foto: Niemann)

Bodo Biegling hat sein drittes Jahrbuch herausgebracht, in dem es um Sagen und Legenden aus Gittelde und Umgebung geht

„Man erzählt sich die Geschichte, dass ein Pastor mit einer weißen Kappe in der unteren Kirche spuken geht und dort zur Nachtzeit die weiße Kappe auf den Altar stellt....”

Diese und weitere geheimnisvolle und sagenumwobene Geschichten aus Gittelde und Umgebung hat der ehemalige Ortschronist Bodo Biegling auf 123 Seiten in seinem inzwischen dritten Band zusammengetragen, um die Historie einmal von einer anderen Seite zu beleuchten.
Bei seinen Vorbereitungen zu den beiden bereits erschienenen Jahrbüchern und anderen Veröffentlichungen ist Bodo Biegling immer wieder auf Hinweise und Zitate zu Jahrhunderte alten Sagen und Legenden des Fleckens Gittelde gestoßen. Alle hätten einen geschichtlichen Ursprung. Dass diese Überlieferungen auch immer einen wahren Kern beinhalten, der auf einen bekannten oder unbekannten Ort, einer historischen Person oder einer längst vergessenen Begebenheit beruht, davon ist der Verfasser überzeugt. Zu bedenken sei jedoch, dass diese alten Geschichten immer wieder weiter getragen und dadurch auch mehr oder weniger „umerzählt" wurden. „Zeit, Ort und Handlung können sich so über die Jahrhunderte natürlich verändert haben“, so der ehemalige Sparkassenkaufmann. Neben den Sagen aus Gittelde hat Biegling auch Geschichten aus der Umgebung zusammengetragen, die aus Bad Grund, dem Westerhöfer Wald, Osterode und aus dem Harzvorland stammen. Ein großes Kapitel beschäftigt sich mit den Sagen um die Stauffenburg. Der Leser erfährt etwas über deren Namensgebung, den sogenannten Heinrichswinkel und über die weiße Frau, die über denjenigen, der sie erblickte, Unheil gebracht haben und der Überlieferung nach Eva von Trott gewesen sein soll. Mit Genehmigung der Nachkommen des im Jahr 1968 verstorbenen Gittelder Ortschronisten Otto Dörge (Kantor und Lehrer) hat Biegling auch die Geschichte über „Das Geheimnis der Stauffenburg“ mit in sein Buch aufgenommen. Die Erzählung berichtet über das wahre Leben der Eva von Trott, beginnend bei der Zeit als Hofdame im Schloss Wolfenbüttel, über die heimliche Liebe zum Herzog Heinrich bis hin zum späteren Scheinbegräbnis in Gandersheim und ihrem trostlosen Leben auf der Stauffenburg.
Unterstützt wurde Biegling von der ehemaligen Lehrerein Gunhild Wilgeroth und von seinem Schwiegersohn Christoph Hanel, bei denen er sich für die Arbeit beim Korrekturlesen und der Gestaltung der Berichte bedankt. „Die Überlieferungen waren der damaligen Zeit entsprechend umständlich geschrieben und mit fremden Begriffen verfasst", so Biegling. „Das mussten wir teilweise umgestalten, um es überhaupt lesbar zu machen.”
Obwohl Bodo Biegling seine Tätigkeit als Ortschronist vor Kurzem niedergelegt hat, werde er aber auch weiterhin der Gittelder Heimatgeschichte treu bleiben, verspricht er. Und so sammelt und recherchiert er schon wieder Texte für ein Jahrbuch über die Gittelder Kirchengeschichte, das im nächsten Jahr erscheinen soll.