DLRG sieht eigene Existenz bedroht

Die CDU-Fraktion beim Ortstermin mit der DLRG im Gittelder Lehrschwimmbecken. (Foto: Niemann)

Grundschuldebatte könnte auch Auswirkung auf Vereine haben / DLRG plädiert für Erhalt von Lehrschwimmbecken

Über den Fortbestand der Grundschulen wird in der Bevölkerung bereits seit Monaten viel spekuliert und in den Gremien des Gemeinderates Bad Grund diskutiert.

Fest steht, dass es aufgrund sinkender Geburten- und somit auch Schülerzahlen ab dem Schuljahr 2017/2018 nicht mehr alle drei Grundschulen geben wird. Unklar ist bisher jedoch noch, welcher und wie viele der drei Standorte in Gittelde, Bad Grund und Eisdorf erhalten bleiben.
Sollte die Grundschule in Gittelde geschlossen werden, so steht damit einhergehend auch das Wirken der DLRG Ortsgruppe Westharz möglicherweise auf dem Spiel. Denn das in der Grundschule befindliche Lehrschwimmbecken wird nicht nur für den Schwimmunterricht in der Schule, sondern hauptsächlich auch von der DLRG am Nachmittag und Abend für Schwimmkurse für Anfänger, Fortgeschrittene sowie weitere Kurse für Erwachsene genutzt. Eine Schließung des Schulstandortes könnte somit auch einschneidende Folgen für die DLRG haben.
Aus diesem Grund ist die CDU-Fraktion der Bitte der Ortsgruppe nachgekommen, die sich mit einem Schreiben an alle Ratsmitglieder gewandt hatte, sich über die Zukunftssorgen der DLRG ein Bild zu machen.
Übungsleiterin Andrea Hartmann berichtete, dass die Nachfrage nach Schwimmkursen enorm sei und man viele Interessierte vertrösten und auf eine Warteliste setzen müsse. „Gerade die kürzlich wieder bekannt gewordenen Zahlen der Ertrinkungsfälle an den vergangenen heißen Tagen zeigen doch, dass eine fundierte Schwimmausbildung lebenswichtig ist“, betonte Harald Probst, 1. Vorsitzender der DLRG.
Zudem sei das Schwimmbad in Osterode, in dem die Ortsgruppe einige Kurse abhält, keine Alternative zu dem Lehrschwimmbecken, da man dort nur eine Bahn zur Verfügung habe, die auch für die Anfänger ungeeignet sei. „Eine Schließung der Grundschule ist für uns eine Frage der Existenz“, so Probst „alleine können wir den Betrieb nicht aufrecht erhalten“.
Finanziert wird das Lehrschwimmbecken durch die Gemeinde, da es Teil der Grundschule ist. Die DLRG zahlt eine Nutzungsgebühr. „Dass die DLRG dadurch den Boden unter den Füßen verliert, kann auf keinen Fall in unserem Interesse liegen“, so Klaus Bock (CDU). Voraussichtlich im Oktober dieses Jahres soll im Gemeinderat eine Entscheidung darüber getroffen werden, welche Schule geschlossen und welche erhalten bleibt. „Da kommen die Fakten zu diesem Thema auf den Tisch“, sagte Jens Schimpfhauser (CDU) „und dann müssen wir weiter sehen. Bevor nicht alle Unklarheiten beseitigt sind, kann uns auch keiner zwingen, sofort eine Entscheidung zu treffen“.