Firma Mende wurde in Windeseile filettiert

Das Traditionsunternehmen Mende in Gittelde/Teichhütte wurde von einem Verwertungsunternehmen in sehr kurzer Zeit ausgeschlachtet. Die künftige Nutzung des Firmengeländes ist bisweilen unklar. (Foto: Strache)

Folgenutzung des Geländes und der ehemaligen Werkshallen ist vollkommen unklar

Von Camillo Kluge, Teichhütte

Am 1. Dezember jährt sich der Tag zum ersten Mal, an dem die Firma Mende in Gittelde/Teichhütte nach 125 Jahren ihre Insolvenz anmeldete. Das bedeutete für den größten Teil der 220 Mitarbeiter, schon ein Weihnachten ohne Arbeit, etwa ein Dutzend erledigte bis Ende März noch Restarbeiten, sorgte für Ordnung. Schließlich waren es noch drei im kaufmännischen Bereich, die bis 31. August beschäftigt waren.
So skizziert Klaus Lange, einer der drei erst im August arbeitslos gewordenen Mitarbeiter, das Aus bei Mende. Er war angestellt in der Personalabteilung. „Ich habe mit zwei Kollegen die Abwicklung durchgeführt“, sagt er. In der Zeit konnte er auch schon verfolgen, wie der Traditionsbetrieb filettiert wurde. Eine Produktionsanlage wurde nach Russland verkauft, zwei nach Thailand. „Die vierte und letzte wird derzeit abgebaut und dann bei einer Firma in Kolumbien eingesetzt“, weiß Lange, der sich freilich immer noch für die Belange seines ehemaligen Brötchengebers interessiert.
Auch über die Tischleranlagen ist er im Bilde. „Die hat eine deutsche Konkurrenzfirma erworben“, sagt Lange, „die baut damit irgendwo in Osteuropa eine neue Produktionsstätte auf.“ „Auf dem deutschen Markt gab es wohl Niemanden, der hier was machen oder gebrauchen konnte“, meint auch Gitteldes Bürgermeister Helge Güttler. Er weiß, dass, nachdem die Verwertungsfirma ihre Arbeit in dem alten Werk erledigt hat, Grund und Boden auch verwertet werden sollen. „Was es da mal geben soll?“, fragt sich auch Güttler und antwortet: „Ich weiß es nicht.“