Frankfurt – Gittelde – Berlin

Thomas und Marion Hauck gabelten die beiden Brüder Oskar und Fridolin Koch (von links) während ihrer Radtour von Frankurt nach Berlin auf. Neben einer Unterkunft gab es am nächsten Morgen ein leckeres Frühstück und Reiseproviant. (Foto: Niemann)

Zwei junge Radfahrer genießen echte Gastfreundschaft bei Familie Hauck

Dass man in dieser Gegend sehr gut radeln kann, haben in diesen Tagen auch zwei Radfahrer auf der Durchreise festgestellt. Die beiden Brüder Oskar und Fridolin Koch aus Frankfurt hatten sich vier Tage zuvor in ihrer Heimatstadt Frankfurt am Main auf den Weg gemacht, um eine Radtour nach Berlin zu machen, unter anderem, um dort ihre Tante zu besuchen.
Zunächst startete Fridolin alleine in Frankfurt und holte seinen Bruder in Göttingen ab. Am Abend dann fielen die beiden durch ihr großes Gepäck Marion und Thomas Hauck auf, die ebenfalls gerade von einer Radtour zurückkehrten, woraufhin die Vier ins Gespräch kamen. „Die beiden hatten so unglaublich viel Gepäck dabei“, so Thomas Hauck, „das erinnerte mich an unsere langen Radtouren im Urlaub“.
Da die beiden Frankfurter noch keine gesicherte Unterkunft für die Nacht hatten, wurde ihnen spontan angeboten, bei Familie Hauck im Wohnzimmer zu nächtigen. Das Angebot nahmen die beiden gerne an, bevorzugten aber, im Garten zu zelten. „Wir müssen uns unbedingt noch mehr abhärten“, sagte der 21-jährige Oskar, „aber es war schon recht kalt in der Nacht“. Entschädigt wurden die beiden jedoch durch ein reichhaltiges Frühstück, das Marion Hauck am nächsten Morgen zubereitete, und zudem auch noch Reiseproviant einpackte. „Dass wir hier so nett aufgenommen werden, damit hatten wir gar nicht gerechnet“, schwärmte der 19-jährige Fridolin.
Nach dem Frühstück brachen die zwei zunächst in Richtung Goslar auf, um dann weiter in Richtung Magdeburg zu fahren. „Wir wollen auf der Eurovelo Route 2 bis nach Berlin kommen“, so Oskar, der besonders die Gegend am Harz als sehr schön bezeichnete. Das europäische Radrouten-Netz Eurovelo ist ein Projekt des Europäischen Radfahrer-Verbandes ECF. Bis 2020 sollen Radfernwege mit einer Gesamtlänge von über 70.000 Kilometern entstehen.
Von Zeit zu Zeit machen die beiden Brüder auch Fotos und Videos von unterwegs, berichteten sie, die sie als Blog für Familie und Freunde ins Netz stellen. Nach dem Besuch in Berlin hat Fridolin noch vor, über Polen zu radeln und über Schweden nach Norwegen zu gelangen. Zwar würde man in Frankfurt fast alles mit dem Rad erreichen, aber sein Bruder habe, was längere Strecken anginge, schon ein besseres System, so Fridolin humorvoll. „Ich bin sozusagen das erste Mal wild unterwegs“.
Die beiden Brüder sind Studenten, Oskar studiert Psychologie, Fridolin Physik. Beide wollen sich aber die Zeit für diese Radtour nehmen, um Erfahrungen zu sammeln. Eine davon wird zumindest sein, dass man als Auswärtige in Gittelde mit viel Gastfreundschaft aufgenommen wurde.