Friedenslicht nach Gottesdienst weitergereicht

Die Heimatgruppe Gittelde und die Windhäuser Burgfinken faszinierten nicht nur in ihren Trachten, sondern auch mit ihren Liedern. (Foto: Bordfeld)

Gott kam zu uns, um uns nahe zu sein – in all dem, was uns bewegt und auch bedrängt / Mit Herzklopfen nach Gittelde gekommen

Eigens für den musikalischen Lichter-Gottesdienst war Pfarrerin Melanie Mittelstädt zusammen mit Silvia Frank und Robert Brünig zum Braunschweiger Bahnhof gefahren. Dort waren nämlich Pfadfinder mit dem Friedenslicht, welches in der Geburtsgrotte von Jesus in Bethlehem entzündet wurde, angekommen, um es dort weiterzureichen. Bis zur Weihnachtszeit wird dieses Licht nicht nur vor vielen Türen oder in den Häusern von Gittelde brennen, sondern in ganz Europa. In der voll besetzten St.-Mauritius-Kirche brannten während der gesamten liturgischen Feier zwei Laternen mit dem Friedenslicht auf dem Altar. Am Ende durfte sich jeder eine daran entzündete Kerze mit nach Hause nehmen.
Dazwischen lag aber viel Musik und nicht weniger Worte, die zum Zuhören und Nachdenken einluden. Die Heimatgruppe Gittelde eröffnete zusammen mit den Windhäuser Burgfinken das musikalische Programm mit schönen Harzhymnen. Der Kirchenchor Gittelde ließ mit seinen klaren Stimmen nicht nur das geladene Schiff vorbeigleiten. Der Gemischte Chor Teichhütte ließ die Glocken bei „Jingle bells“ erklingen, und der kleine Trommeljunge kam ganz groß an.
Bei der Singgemeinschaft des MGV Gittelde und des MGV Lasfelde erklang eine Hymne an die Nacht und den weißen Winterwald. Bei Letzterem tauschte Chorleiter Ulrich Kohlrusch den Taktstock gegen sein Akkordeon ein. Der Gemischte Chor Teichhütte und der Kirchenchor stimmten dann das „Vaterunser“ und „Lob den Herrn der Welt“ an und bestanden sogar den kritischsten Ohren.
Jeder Chor durfte sich ein großes Paket ehrlich gemeinten Applaus „einpacken“, denn jeder von ihnen sang sich vollends in die Herzen der Gäste. Fast an die Fischer-Chöre erinnerte aber jedes Mal der Augenblick, wenn alle Kirchenbesucher gemeinsam Lieder sangen. Sie klangen so, als hätten sie schon lange gemeinsam geübt. Für die musikalische Untermalung wiederum sorgte Friedel Dapra, der die Orgel stets zum richtigen Zeitpunkt erklingen ließ.
Da war aber noch das gesprochene Wort, die Predigt von Pfarrerin Mittelstädt. Sie handelte davon, dass manche Menschen sich beim Gedanken an das Weihnachtsfest einem großen Druck aussetzen, weil sie denken, an diesem Tag müsste alles perfekt sein – auch sie selbst! - und alles Belastende (Kummer, Sorgen und Scheitern), müsste hinterm Berg gehalten und unterdrückt werden und dürfte keinen Raum haben. Demgegenüber machte sie deutlich, dass der Sinn von Weihnachten nicht darin bestehe, dass Gott zu perfekten Menschen in eine perfekte Welt kam, sondern dass er zu uns, in unsere Welt kam – in all ihrer Unvollkommenheit und Erlösungsbedürftigkeit – um uns nahe zu sein in all dem, was uns bewegt und auch bedrängt. „Fürchtet euch nicht!“ – das sei die eigentliche und wesentliche Botschaft von Weihnachten. „Fürchtet euch nicht, denn Gott will bei euch und für euch da sein – so wie ihr seid!“
Abschließend erzählte sie die Geschichte vom „Weihnachtsbaum mit Macke“, die zum Nachdenken und Schmunzeln einlud. Gleiches galt für die Mitteilung darüber, wie das Friedenslicht nach Gittelde gekommen ist – nämlich mit Herzklopfen.