Gittelder machen sich für Erhalt ihrer Grundschule stark

Isabell Schimweg sammelt beim bunten Umzug Unterschriften für den Erhalt der Gittelder Grundschule (Foto: Niemann)

400 Unterschriften gesammelt / Ob die Aktion Einfluss auf die Entscheidung von Ausschuss und Gemeinderat hat, ist ungewiss

In der Gemeinderatsitzung am 23. Oktober wird eine Entscheidung darüber getroffen welche der drei Grundschulen in der Gemeinde Bad Grund dem Schuljahr 2017/2018 erhalten bleiben wird und welche geschlossen wird.

Fakt ist, dass aufgrund der sinkenden Geburten- und damit auch sinkenden Schülerzahlen ein Erhalt aller Schulen für die Gemeinde nicht mehr tragbar ist und man sich schon in der Vergangenheit im Rat darüber geeinigt hat, nur noch eine Schule als Hauptstelle und eine als Nebenstelle zu nutzen.
Im Juli dieses Jahres haben sich mehrere Einwohner zusammen getan, um für die Gittelder Grundschule, die als einzige auch über ein Lehrschwimmbecken verfügt, etwas zu tun. Für den bunten Umzug anlässlich des Schützenfestes hat die Gruppe um die Initiatorin Aileen Mellinghausen einen Umzugswagen mit der Aufschrift „Schulretter“ gestaltet. Gleichzeitig startete die Truppe eine Unterschriftenaktion im Ort. Etwa 400 Bürger leisteten ihre Unterschrift.
„Auch wenn ich selbst keine Kinder habe“, sagt Aileen Mellinghausen „finde ich es wichtig, dass die Grundschule erhalten bleibt. Sie belebt unser Dorf und ist mit ihrem Schwimmbecken und der Sporthalle wichtiger Teil unserer Freizeitaktivitäten“. Zudem sei im Zuge der Umwandlung zur Offenen Ganztagsschule viel Geld in die Renovierung der schuleigenen Mensa investiert worden, so Mellinghausen. Auch Isabell Schimweg machte bei der Aktion mit. Für sie und ihre Familie war unter anderem die Tatsache, dass eine Ganztagsschule vor Ort ist, ein guter Grund, vor zwei Jahren nach Gittelde zu ziehen. Beide Elternteile arbeiten – mit dem gutem Gewissen, dass ihre Kinder in der Schule betreut werden. „Wenn einem aber jetzt bei der Kinderbetreuung vor Ort auch noch Steine in den Weg gelegt werden sollen, verlieren die Dörfer bald an Attraktivität für junge Familien.“
Anfang September wurden die Unterschriften Gemeindebürgermeister Harald Dietzmann übergeben. „Auch wenn die Konstellation, nämlich die Sammlung der Unterschriften auf einem Volksfest, die Ernsthaftigkeit dieser Aktion etwas ins Hintertreffen stellt, hat sie natürlich eine tendenzielle Wirkung“, so Dietzmann. Auf die Frage, ob die Unterschriften in irgendeiner Form mit in die Entscheidungsfindung einfließen werden, sagte Dietzmann, dass er die Fraktionen über die Liste informieren werde. Inwieweit der Fachausschuss und später die Ratsmitglieder diese Aktion bewerten, lege in deren Ermessen. Zu Bedenken sei dabei auch, dass in Eisdorf und Bad Grund die gleiche Möglichkeit zu einer Unterschriftenaktion eingeräumt werden müsse, so Dietzmann. In der Sitzung am 9. Oktober wird der Fachausschuss Schule und Kindergärten eine Beschlussempfehlung abgeben, die wegweisend für den Beschluss im Gemeinderat am 23. Oktober sein dürfte.