Mit dem Ort eng verbunden

Werner Hartmann mit seinem Gullideckel, den jetzt das Gittelder Wappen ziert. (Foto: Niemann)

Gittelder zeigen in ungewöhnlicher Form Flagge für ihren Ort

Während andere ab und zu die Deutschlandfahne oder die Flagge ihres Fußballclubs hissen, zeigen andere Bürger hingegen dauerhaft und in ungewöhnlicher Form Flagge für ihren Heimatort. So haben zwei Gittelder das Wappen des Fleckens in oder vor ihrem Haus verewigt.

Werner Hartmann wollte eigentlich nur seinen Hof neu pflastern. Doch der unansehnliche Gullydeckel im Eingangsbereich zu seinem Grundstück wäre dann immer noch derselbe gewesen. Jetzt ziert das Gittelder Wappen mit den beiden Schlüsseln seinen Grundstückseingang. Die Anregung zur Verzierung des Gullydeckels sei von einem Handwerker gekommen, so Hartmann, allerdings habe dieser ihm das Niedersachsenpferd vorgeschlagen. Doch die Vorlagen, die es zu kaufen gibt, gefielen dem Rentner nicht.
Sein Sohn Jens, der in München als Fotograf für eine Agentur tätig ist, habe daraufhin das Gittelder Wappen abfotografiert. Diese Vorlage hat Hartmann dann auf ein drei Millimeter dickes Messingblech kopiert und feinsäuberlich mit einer Laubsäge ausgesägt. Buchstaben und Umrisse hat der gelernte Werkzeugbauer gefeilt und ein ehemaliger Kollege hat das Ganze für ihn vernickelt.
Aus dem alten Deckel entfernte der 74-Jährige den Beton und brachte neuen rot eingefärbten darauf. Nach der Fertigstellung hätten viele seiner Nachbarn zu ihm gesagt, dass er an diesem Kunstwerk wohl nicht lange seine Freude haben werde, da es bestimmt geklaut würde. „Dem habe ich allerdings vorgesorgt“, so Hartmann, „ich habe das Ganze von unten gut gesichert“.
Auch der Gittelder Ingo Koch hat für einen Bekannten als Freundschaftsdienst das Gittelder Wappen in dessen Flur gefliest. „Eigentlich wollte er eine Windrose haben, aber ich habe damals zu ihm gesagt, dass ich ihm etwas Besonderes für seinen Flur anfertigen werde“, so Koch. Eine Windrose habe ja fast jeder, aber ein gefliestes Wappen von Gittelde sei etwas Einmaliges. Das Wappen habe er auf Folie drucken lassen und dann mit einem Tageslichtprojektor auf den Boden geworfen. Da Koch nur an den Wochenenden Zeit dafür hatte, habe die Fertigstellung schon eine Weile gedauert. In demselben Haus findet man das Wappen auch in eingravierter Form in einer Glasscheibe.

Das Gittelder Wappen
ist anlässlich der 1000-Jahrfeier im Jahre 1953 entstanden. Der Gemeinderat beschloss damals, dass das Wappen und ein entsprechendes Dienstsiegel einen direkten historischen Bezug zur Gittelder Geschichte haben sollten. Als Vorlage wurde das ausdrucksvolle Wappen der Adligen Herren von Gittelde aus dem 13. Jahrhundert gewählt. Die besondere Bedeutung der beiden alten Kirchen, die über mehrere Jahrhunderte zwei verschiedenen Bistümern unterstanden, findet sich durch Abbildung der zwei Schlüssel im Wappen wieder. Das Gittelder Münzprägerecht wird durch den ältesten Sachsenpfennig aus dem 10. Jahrhundert mit der Aufschrift „ielithis pening“ (Gittelder Pfennig) dargestellt.