Mit Sport viel mehr bewegen

Ursula Kaufmann (hinten rechts) mit der Leichathletiktruppe des MTV in der Turnhalle der Gittelder Grundschule. „Gerade auch für Kinder ist der gemeinsame Sport wichtig, um im Miteinander seinen Platz finden zu können“, so Ursula Kaufmann über die Wichtigkeit des Sports.

Übungsleiterin Ursula Kaufmann (MTV Gittelde) gehört schon zum Sportinventar der Gemeinde

Der Sport war für sie schon von Kindheit an immer ein wichtiger Bestandteil und zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. Ursula Kaufmann spielte schon früh Handball, machte Leichtathletik und lief Skilanglauf.

Die gebürtige Bad Harzburgerin erlernte das Malerhandwerk im elterlichen Betrieb, trainierte viel in ihrer Freizeit und nahm schon früh an Niedersächsischen und Deutschen Meisterschaften teil. Zehn Jahre spielte sie Handball in der Bezirksliga.
Heute ist ihre Tätigkeit aus dem sportlichen Leben von Gittelde nicht mehr wegzudenken, sie gehört quasi zum Sportinventar der Gemeinde. Zusammen mit ihrem Mann Thomas betreut sie seit vielen Jahren als Übungsleiterin die Leichtathletik-Sparte des MTV Gittelde mit etwa 20 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen fünf und 15 Jahren, aktiv unterstützt werden die beiden dabei von Tochter Karin. Die ganz Kleinen ab einem Jahr können bei Ursula Kaufmann in der Krabbelgruppe erste sportliche Erfahrungen sammeln. Außerdem leitet sie bereits seit 40 Jahren das Kinderturnen und ihre Hausfrauengymnastiktruppe konnte vor kurzem das 30-jährige Bestehen feiern. Eine Kooperation mit der Grundschule besteht seit 1996, in dessen Rahmen sie die Sport AG betreut und Hilfe leistet beim Ablegen des Sportabzeichens sowie bei der Durchführung des Braunschweig Cups, auch Bundesjugendspiele genannt. Als Kampfrichterin im Bereich Leichtathletik ist Ursula Kaufmann seit 1982 tätig, mit vielen Einsätzen im Kreis und im Bezirk. Dazu kommen von Zeit zu Zeit auch Einsätze bei Landesmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften.
Durch die Heirat mit Thomas Kaufmann im Jahr 1969 kam sie nach Gittelde und trat etwa zu der Zeit in den MTV ein. Dadurch sei ihr die Eingewöhnung am neuen Wohnort viel leichter gefallen. „Durch den Sport baut man Kontakte auf und findet viel schneller Anschluss“, sagt die 67-Jährige „gerade auch für Kinder ist der gemeinsame Sport wichtig, um im Miteinander seinen Platz finden zu können. Wenn die Kinder gemeinsam Sport machen, lernen sie nicht nur ihre Stärken kennen, sondern lernen auch, Rücksicht auf andere zu nehmen“. Zusammen mit Gisela Marx leitete sie anfangs das Kinderturnen, das nach Alter in fünf Gruppen aufgeteilt war. Nach dem Ausscheiden von Marx übernahm sie die Sparte und erhielt 1976 ihre Lizenz als Übungsleiterin. Den Lehrgang leitete Eberhard Kriebel, der kurz zuvor ebenfalls beim MTV angefangen hatte.
Auch eine gut besuchte Skilanglaufabteilung gab es in den 70er/80er Jahren, die von Kaufmann und ihrem Bruder Wolf Fehlig geleitet wurde und viele Erfolge bei den Niedersächsischen Meisterschaften verzeichnen konnte. Heute ist diese Abteilung jedoch nur noch wenig aktiv. Bei Schnee würde aber auch heute manchmal noch trainiert.
Besonders viel Freude bereitet ihr die Arbeit mit den ganz Kleinen. „Die Kleinen fangen gerade an, auf ihren eigenen Beinen zu stehen“, erzählt Kaufmann „die Entwicklung über die Jahre beobachten zu können, ist immer wieder spannend. Besonders wenn man sieht, wie sehr die Kinder doch ihren Eltern ähneln“. Dabei vermittelt sie den Mädchen und Jungen nicht nur die sportlichen Aspekte, sondern lässt auf spielerisch, humorvolle Weise auch immer eine gute Portion Erziehung mit einfließen. Das soziale Miteinander beim Sport lernen, sei ihr besonders wichtig. Und dann könne jemand, der aus der Reihe tanzt auch ruhig mal eine Extrarunde laufen, das habe noch keinem geschadet, sagt sie schmunzelnd. Etwas anstrengend seien jedoch die ABC-Schützen, die gerade eingeschult wurden. „Mit der Einschulung scheint bei vielen Kindern ein Schalter umgelegt worden zu sein. Da werden dann auch gerne mal die Grenzen ausgetestet... das legt sich aber auch schnell wieder“. Laut werden nütze da gar nichts, manchmal reiche schon ein strenger Blick, um wieder für Ordnung zu sorgen.
Ihre Verdienste um den Sport können ihr nicht nur viele Gittelder bestätigen. Der Niedersächsische Leichtathletikverband verlieh Ursula Kaufmann 1989 die silberne Ehrennadel. Vom Landessportbund erhielt sie 1998 die silberne und 2005 die goldene Ehrennadel. 2006 würdigte die Bundesrepublik ihren herausragenden Einsatz bei sportlichen Aktivitäten sogar mit der Verleihung des Verdienstordens.
Wenn es ihre Gesundheit erlaubt, hat die sympathische Übungsleiterin auch in Zukunft nicht vor, sportlich kürzer zu treten. Im Gegenteil denke sie sich immer wieder gerne neue Übungen für ihre Hausfrauengymnastikgruppe aus. Und wenn ihre Damen dann schon mal scherzhaft genervt stöhnen würden, sage sie immer: „Dafür sind doch die Übungsleiter da, um sich immer wieder etwas Anstrengendes auszudenken“.