Mountainbike-Parcours ist endlich einsatzbereit

Nico Machnik (rechts) und Jan Enzo Lück (links) auf der frisch eingeweihten Piste. (Foto: Kluge)

Gemeinsames Projekt von Jugendlichen und Rat erfolgreich umgesetzt

Von Camillo Kluge, Gittelde

Von wegen die Jugend von heute hängt nur am Computer, spielt nur mit Gameboys und sei egozentrisch, egoistisch, nicht bereit sich für ihre Ziele zu engagieren. Zwei, drei handvoll Jugendlicher zwischen etwa acht und 16 Jahren haben in Gittelde reichlich Schweiß vergossen, viele Stunden Freizeit investiert, um endlich ihren eigenen Mountainbike-Parcours zu haben. Dieser wurde nun von Bürgermeister Helge Güttler und Samtgemeindebürgermeister Harald Dietzmann offiziell eingeweiht.
„Vorher sind wir immer heimlich im Wald auf verschiedenen Strecken gefahren“, gesteht Nico Machnik, einer der älteren „Biker“, die an der Strecke mitgewirkt haben. Doch das gab immer wieder mal Ärger. Also nutzte Jan Enzo Lück seinen guten Draht zu Dietzmann. „Wir sind befreundet“, grinst der 14-Jährige, was wohl die Familien betrifft. Jedenfalls sprach er den Samtgemeinde-Chef einfach mal an, der teilte dies dem Rat des Fleckens Gittelde mit. Da sich die Kosten für das Projekt in Grenzen hielten, das Grundstück der Gemeinde gehört und sich mit Martin Dill und Wilfred Hartmann zwei Ratsherren um das Projekt kümmerten, konnten die Fahrrad begeisterten Kids loslegen.
Gemeinsam tüftelten sie an der Strecke, sammelten Spenden und griffen regelmäßig zu Schaufel und Hacke. Dabei fassten auch die begeisterten Mädchen kräftig mit an. Für den Bagger, der hier ein Loch aushob und da wieder einen Hügel aufschüttete, waren nämlich dann doch ein paar Euro fällig. Doch auch da zeigten die Kids Einfallsreichtum. Denn sie zogen nicht nur mit der Sammeldose los, sondern zeigten auch eine Bike-Vorführung auf dem Schulhof und konnten dadurch auch einige Euro einspielen. „Die Weihnachtsmarkt-Kasse haben wir auch da rein gesteckt“, verrät Dietzmann.
Nun sind etwa Dreiviertel der geplanten Strecke fertig und es macht bereits Spaß, da herum zu cruisen. Wobei es für die Fahrer nicht nur eine in den Nutzungsbedingungen formulierte Pflicht, sondern eine Selbstverständlichkeit ist, mit Helm zu fahren. „Die Strecke soll noch länger werden“, sind sich die Kids einig. Doch dazu wird nicht nur noch einiges an Erde gebraucht, sondern auch noch ein paar Euro für einen weiteren Baggereinsatz. „Wer also Bodenaushub übrig hat, her damit“, fordern die Kids. Sitzbänke stehen auch schon da. Für die zeichnet Ratsherr Arndt Beckmann verantwortlich, damit erschöpfte Radler und neugierige Eltern dort sitzen und ihre Sprösslinge beim Sport bewundern können. Allerdings „bitte nicht mit dem Auto hier raus fahren“, mahnt der Gittelder Rat geschlossen. Nicht nur, dass schwere landwirtschaftliche Geräte die schmale Feldstraße nutzen, auch empfindliche Anwohner könnten sich gestört fühlen. Und das begeisternde Engagement der Kids soll schließlich nicht durch einen vermeidbaren Nachbarschaftsstreit gestoppt werden.