Neues Zuhause für Autos in ehemaliger Kirche

Bei Familie Junge wird alles getunt.

Christian Junge kaufte ehemalige Neuapostolische Kirche in Gittelde / Raum für Auto- und Motorradsammlung

Schon lange hatte Christian Junge einen Raum gesucht, in dem sich sowohl Platz für seine Auto- und Motorradsammlung bietet, aber auch eine Werkstatt einrichten lässt. Seit Dezember gehört ihm das Gebäude der ehemaligen Neuapostolischen Kirche, in der seine motorisierten Klassiker nun den nötigen Platz finden sollen.

Zurzeit hat Junge 13 Autos und neun Motorräder, alle zwischen 25 und 30 Jahre alt, die entweder in der Garage hinter seinem Haus oder in einer Halle in Bad Grund stehen. „Was mir fehlt ist der Platz zum Rangieren, um die verschiedenen Modelle von hinten nach vorne zu holen“, sagt der 46-Jährige. Denn ab und zu müssten die Autos auch mal bewegt werden. Junge ist Opel-Fan und ein leidenschaftlicher Manta-Fahrer und hat sich auch durch die Filme und Witze der 1990er Jahre nicht von seinem Lieblingsmodell abbringen lassen. „Zu der Zeit haben sich viele gar nicht mehr getraut zu sagen, dass sie einen Manta fahren“, sagt Junge. Positiver Effekt sei jedoch gewesen, dass es damals viele Ersatzteile sehr günstig gab, sodass er sich einen gut sortierten Vorrat aufbauen konnte.
Eins seiner Lieblingsautos ist der sogenannte „Masconator“, den er selbst gebaut hat und dessen Name sich aus drei Opel-Modellen zusammensetzt: die Karosse ist von einem Manta, die Front von einem Ascona, die hinteren Lampen sind die eines Senators. Der Wagen mit Baujahr 1978 stand sogar vor einigen Jahren in Berlin auf einer Opel Tuningausstellung. Das Schrauben hat sich der gelernte Werkzeugmacher, der auch Mitglied im Osteroder Automibilclub „Opel Blitze“ ist, selbst beigebracht. „Die Technik der alten Modelle ist überschaubar, man kann vieles selbst reparieren.” Ob Opel Rekord, Manta, Ascona oder Kommodore, viele Teile seien oftmals identisch.
Für die Niedersachsen- und Hessen-Rallye, an denen Junge regelmäßig teilnimmt, hat er seinen Manta GT/E mit Baujahr 1984 speziell getunt: mit Überrollkäfig, Sportsitzen, Dreipunktgurten und speziellen Stoßdämpfern. „Man muss da eine Macke für haben“, sagt Junge selbst über seine Leidenschaft.
Vor Kurzem sind schon seine Motorräder, darunter zwei Dukatis, zwei Yamaha FZR, eine Honda VFR und mehrere Hondas MBX und MTX, in der ehemaligen Kirche eingezogen. Erste Versuche, seine Autos dort einzuparken, seien jedoch bisher gescheitert. „Auf jeden Fall haben sich die Nachbarn bei der Aktion amüsiert“, erzählt der 46-Jährige schmunzelnd. Über den Hinterhof sei er zwar durch die beiden Doppeltüren bis in den Vorraum gekommen. Die scharfe Kurve in den Altarraum sei aber nicht zu bewältigen gewesen. Jetzt wird er wohl doch ein Rolltor einbauen. „Als ich mit meiner Frau das erste Mal alleine in dem Altarraum stand, waren wir so beeindruckt von der Atmosphäre und der Stille“, erzählt Junge, „da wäre es ein echter Stilbruch, hier eine Werkstatt mit Hebebühne einzurichten“.