Prädikat: Sehr wertvoll

Von links: Förster i.R. Gerrit Zimmermann, Forstamtsleiter i.R. Dr. Hermann Wobst, Förster Rolf Schulz, Forstamtsleiter Henning Geske und Forstinspektoranwärter Mario Knopp auf einer 200 Jahre alten Buche. (Foto: Niemann)

Gittelder Wald ist ein Beispielwald für langfristige naturgemäße Bewirtschaftung / 2008 von ProSilva Europa zertifiziert

Die Themen Ökologie und Nachhaltigkeit sind heute wichtiger denn je und aus dem aktuellen Tagesgeschehen nicht mehr wegzudenken. Umso erstaunlicher ist, dass die naturgemäße Waldwirtschaft im Gittelder Forst bereits seit 72 Jahren erfolgreich betrieben wird.

Zwar arbeitet die deutsche Forstwirtschaft schon seit 1713 nach den Regeln der Nachhaltigkeit, diese sind jedoch mit heutigen ökologischen Maßstäben nicht mehr zu vergleichen. Nachhaltig bedeutete schon früher, dass die Anzahl entnommener Bäume wieder nachwachsen sollte, jedoch geschah dies durch eine flächenweise Rodung und anschließende Neupflanzung von Reinbeständen. Der damalige Leiter des Forstamtes Stauffenburg/Bad Gandersheim (heute Seesen) Dr. Willy Wobst erkannte die Wichtigkeit des ökologischen Handelns im Gittelder Landteil (der Name sollte sich abgrenzen von dem Teil, der zum Harz zählt) für ein gesundes Waldgefüge mit Bäumen unterschiedlicher Arten, Höhen und Altersklassen und trieb diese Idee voran. Das Vorgehen, das konsequent seit 1942 von seinem Vater praktiziert wurde, habe ein totales Umdenken erfordert und sei auch auf viel Gegenwehr gestoßen, berichtet Dr. Hermann Wobst, der selbst von 1966 bis 2000 Forstamtsleiter in Stauffenburg/Bad Gandersheim war. Zum Glück ließ man ihn machen. Die ersten Erfolge waren natürlich erst nach einigen Jahrzehnten sichtbar“.
Dr. Willy Wobst habe damals schon das Risiko von Monokulturen erkannt, die anfälliger für Krankheiten und Käferbefall sind und auch mehr Angriffsfläche bei Unwettern bieten, so Henning Geske, seit 2005 Forstamtsleiter in Seesen. In einem Mischwald haben die Bäume unterschiedliche Höhen, können sich besser entwickeln und dadurch stabilere Kronen ausbilden. Eine natürliche Verjüngung durch herabfallende Samen bildet dabei auch eine wichtige Grundlage, da so mit der Natur gearbeitet wird und kostenintensive Anpflanzungen wegfallen.

Mehr zum Thema können sie in der aktuellen Ausgabe vom 15. April lesen.