Taschen als Ausdruck des eigenen Stils

Gabriele Schereik in ihrer Schneiderwerkstatt.

Gabriele Schereik kreiert ausgefallene Handtaschen, die es nur einmal gibt

Sie heißen Clutch, Baguette, Shopper oder Weekender und es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Größen. Neben Schuhen wird wohl kaum ein anderes Accessoire von Frauen so sehr geliebt wie die Handtasche. Zum einen soll die Tasche wichtige Utensilien des täglichen Lebens transportieren und sich zum anderen aber auch dem jeweiligen Outfit anpassen. Das Wichtigste jedoch ist, dass sie Ausdruck des eigenen Stils ist.

Gabriele Schereik aus Gittelde ist gerade dieser Aspekt sehr wichtig: „Ich persönlich finde es schrecklich, wenn jeder mit der gleichen Tasche herumläuft“. Die Besitzerin einer Änderungsschneiderei setzt auf Individualität, das Anfertigen von Massenware liegt ihr nicht besonders. Ihre Liebe zum Schneiderhandwerk hat die gelernte Bäckerin vor gut 20 Jahren entdeckt, sich nach und nach die Fertigkeiten selbst beigebracht und auch durch Kurse erworben. Seit 2011 ist sie Inhaberin einer Änderungsschneiderei, kümmert sich um defekte Reißverschlüsse, ändert Kleidung in der Größe und stopft Löcher aller Art. Doch Fantasie und Kreativität haben in ihrer Arbeit schon immer eine große Rolle gespielt, so dass sie nebenbei für sich selbst Kleidung wie Röcke oder Kleider entworfen hat. „Leider darf ich meinen Kunden keine maßgeschneiderte Kleidung anfertigen, da ich keine ausgebildete Schneiderin bin.” Und so ist sie darauf gekommen, Taschen für jeden Geschmack herzustellen. „Am Anfang habe ich mir gekaufte Taschen vorgenommen und diese systematisch auseinander genommen“, sagt die 53-Jährige. So habe sie sich die besonderen „Kniffe“ bei der Verarbeitung angeeignet. Dennoch sei anschließend bei den ersten Nähversuchen das ein oder andere Stück schon mal in der Tonne gelandet. „Manchmal war da einfach nichts mehr zu machen. Da stehe ich auch zu, das ist ein Lernprozess.”
Für ihre Unikate verwendet sie Wachstuch, Gobelin, Baumwollstoffe und Kunstleder. Neben Handtaschen, Beuteltaschen und Rucksäcken, stellt sie auch Wendetaschen her, die, wie der Name schon sagt, zwei unterschiedliche Designs bieten. Für eine Kundin hat sie auch schon auf Wunsch eine Tasche aus Jeansstoff hergestellt. Wo sie jedoch mit ihrer Nähmaschine an Grenzen stoße, sei die Verarbeitung von LKW-Planen, die gerade sehr in Mode seien. Ein großer Traum von ihr wäre die Eröffnung eines „Kreativ-Cafés“, in dem man sich trifft, Kaffee trinkt und nebenbei kreativ sein kann.