Waldhelfer mit ruhigem Gemüt

1996 arbeitete Familie Köppelmann noch mit Rückepferden im Wald: August Hühne, Thomas Köppelmann und Vater Walter Köppelmann (von links).

Thomas Köppelmann ist einer der Wenigen in der Gemeinde Bad Grund, der noch Rückepferde bestitzt

Was in Indien heute vereinzelt noch die Elefanten sind, waren hierzulande die sogenannten Rückepferde, nämlich tatkräftige Helfer, die im Wald zum Holzrücken, also zum Verbringen von gefällten und entasteten Baumstämmen, eingesetzt wurden.
Seit den 1960er Jahren sind die Rückepferde weitgehend durch den Einsatz von landwirtschaftlichen Schleppern und Forstschleppern verdrängt worden. Auch für Thomas Köppelmann aus Gittelde sind seine beiden Kaltblüter der Rasse Rein Deutsch eigentlich nur noch Hobby.

Als Forstlicher Lohnunternehmer hatte er Ende der 1990er Jahre zum letzten Mal Rückepferde im Einsatz. Heute hat er zwei Forstspezialschlepper, sogenannte Skidder, die die schwere Arbeit erledigen. „Die Pferde gehören zu unserer Familiengeschichte, auch wenn sie offiziell nicht mehr zum Einsatz kommen“, so Köppelmann. Der Gittelder ist Forstunternehmer in der dritten Generation, bereits sein Vater und sein Großvater, beide mit Vornamen Walter, waren schon im Forstgeschäft tätig. Jedoch hatten sein Vater wie auch sein Großvater zusätzlich noch eine Landwirtschaft.
Mancherorts kommen im Zuge der heutigen naturnahen Forstwirtschaft die gutmütigen Ackergäule wieder vermehrt zum Einsatz, da die Kaltblüter kaum Bodenschäden verursachen und auch in unwegsamen Gelände gut arbeiten können. Das sei hier nicht nötig, sagt Köppelmann. Mit den Maschinen dürfe man sowieso nur auf den dafür gekennzeichneten Rückewegen und -gassen bleiben. Den Rest besorge eine Seilwinde, die die Stämme herauszieht. Früher haben die Vierbeiner nicht nur die Stämme aus dem Wald gezogen sondern danach auch noch die Ladung auf einem Anhänger bis zum Sägewerk gezogen.
Köppelmanns Pferde, die Max und Moritz heißen, werden auch gerne aufgrund ihres ruhigen Gemüts bei den Schützenfestumzügen in Gittelde, Badenhausen und Eisdorf eingesetzt. „Die kann so schnell nichts schocken“, sagt der 48-Jährige, „wenn ich ihnen allerdings ihr spezielles Geschirr anlege, wissen die beiden sofort, dass es wieder in den Wald geht“. Verlernen könnten die Tiere die Arbeit nicht, allerdings brauchen sie so zwischen zwei und drei Tagen, bis das Rücken wieder reibungslos klappe. Deshalb lässt der Gittelder auch immer einige Stämme liegen, an denen sich Max und Moritz von Zeit zu Zeit austoben können.