Wie kommt der Schwedenkelch nach Gittelde?

Bodo Biegling befasst sich schon mit dem Gedanken, einen zweiten Band über die Geschichte des Fleckens Gittelde fertigzustellen.

Bodo Biegling hat die Geschichte des Fleckens Gittelde in Wort und Bild festgehalten

Es ist klein, fein und inhaltsreich, das Buch, welches Bodo Biegling, der seit 1998 Ortschronist des Fleckens Gittelde ist und seit dieser Zeit aktiv im Heimat- und Geschichtsverein wirkt, jetzt in einer Auflage von 400 Stück herausgegeben hat. Es trägt den Titel „Der Flecken Gittelde“ und erinnert auf 127 Seiten mittels Bildern und historischer Aufsätze an vergangene Zeiten.
Die Idee keimte schon während seiner Tätigkeit im Kirchenvorstand bei Gesprächen mit Pastor Dietmar Schmidt-Pultke auf, der bis 2008 in Gittelde tätig war. In der Zeit offenbarte Biegling schon im Gemeindebrief his­torische Berichte des 1060 Jahre alten Fleckens. Irgendwann tauchte die Frage auf, warum viele andere Orte ein Buch über sich haben, nur Gittelde nicht. Weil er als Ortschronist nicht nur Gittelder Geschichte in Akten und Schubladen sammeln, sondern diese auch veröffentlichen und damit das Bewusstsein der Gittelder wach rufen wollte, kam der Stein ins Rollen und sollte sich als inhaltsreiches Werk entpuppen.
Der Autor hat in seinen Berichten bewusst auf detaillierte geschichtliche Forschungsergebnisse verzichtet, denn er will das Interesse an die Ortsgeschichte wecken und andere zu eigenen Aktivitäten anregen. Er würde sich natürlich besonders freuen, wenn sich dadurch auch einige aktive Mitarbeiter für den Heimat- und Geschichtsverein finden würden.
Das historische Buch ist ab sofort beim Kiosk von Marion Hauk in Gittelde, in der Geschenkekiste Schmidt in Teichhütte, im Gittelder Pfarrbüro, bei Horst Ahrens und dem Autor erhältlich. Der Reinerlös aus dem Buchverkauf wird der Grundschule Gittelde gespendet.
Deshalb haben die Verkaufsstellen Marion Hauck und Mike Schmidt auf eine Verkaufsprovision verzichtet.
In dem Buch beantwortet der ehemalige Sparkassenkaufmann Fragen, wie etwa „Warum hat Gittelde zwei alte Kirchen?“, „Wie kommt der Schwedenkelch nach Gittelde?“, oder wie es möglich war einen Wasserlauf, wie die Markau, zu stehlen und ob der Harz wirklich ein Steuerparadies war – und noch vieles andere mehr.
Denn er geht auch auf das Wappen des Fleckens ein, der 1505 auf die von der Herzogin Elisabeth angebotene Stadtfreiheit verzichtet hat. Dieser aus heutiger Sicht nicht nachvollziehbare Entschluss wurde übrigens genau 560 Jahre nach dem Erhalt der Markt-, Zoll- und Münzrechte getroffen, und 39 Jahre bevor es die erste Schule in Gittelde gab. Zum Thema „ Anfänge der Gittelder Münzgeschichte“ hat Uwe Kipp Wissenswertes zusammengetragen.
Berichte über die Teichhütter Eisenhütten fehlen ebenso wenig wie Schriften über die Stauffenburg mit den tragischen Frauengeschichten. Außerdem wird die herausragende Bedeutung des Böttcherhandwerks in Gittelde beschrieben.
Die gesamte Reise durch die Geschichte des Fleckens wird umrahmt von vielen historischen und aktuellen Bildern vom Dorf.