Gittelder Läufer wurde 8. beim 100-Kilometer-Lauf in Biel

Andreas Jago lief in der Schweiz einen Ultramarathon / Sieg in der Altersklasse M50

Die Schweiz war für den Ultramarathonläufer Andreas Jago vom MTV Gittelde mal wieder eine Reise wert. Er nutzte die guten Wetterbedingungen und lief in der Nacht der Nächte in die Top 10. Der Start der 55. Ausgabe des Laufes erfolgte pünktlich um 22 Uhr bei sommerlichen 22 Grad am Kongresszentrum.
Die große Schleife durch das Berner Oberland ist ein anspruchsvoller Landschaftslauf durch die Neumondnacht in den Morgen hinein.
Viele Anstiege, der oft wechselnde Untergrund und natürlich das nächtliche Laufen sind die Basis für den „Mythos Biel“. Knapp 1200 Teilnehmer, fast 200 sollten im Verlauf der Nacht abbrechen, standen nervös, aber doch auffallend ruhig an der Startlinie.
Die Kräfte wurden geschont, Einlaufen wäre eine unnötige Energieverschwendung. Nach den ersten Kilometern durch die stimmungsvolle Bieler-Innenstadt führte die Strecke nach dem ersten heftigen Anstieg nach Aarberg.
Das Wahrzeichen der Stadt, eine 450 Jahre alte, überdachte Holzbrücke, war der erste Höhepunkt. Kurz danach folgte auf dem Marktplatz eine große und ausgelassene Partystimmung. Hier standen die Zuschauer Spalier und applaudierten den Läufern.
Die nächsten 82 Kilometer sollten dann wesentlich stiller und einsamer werden. Auf kleinen Nebenstraßen und Wirtschaftswegen war die Stadt Lyss das nächste Ziel. Hier erwarten in einer endlosen Reihe die Begleitradfahrer „ihren“ Läufer um diesen für den Rest der Runde zu begleiten. Auf den Läufer aus Gittelde hat kein Radfahrer gewartet, denn die wahren Helden der Nacht laufen natürlich ohne Begleitung,
Danach ging es nach Oberramsern und Jegensdorf. Kurz danach ist die Hälfte geschafft. Andreas Jago hatte sich bis jetzt zurückgehalten, Marathon Durchgangszeit in 3:28 Stunden, um auf den restlichen Kilometern zu beschleunigen und sich vom 30. Platz nach vorne vorzukämpfen.
Der Weg führte weiter nach Kirchberg. Im Anschluss bei Kilometer 56 wird der legendären „Ho Chi Minh-Pfad“ betreten. Ein trailiger Weg entlang des Flüsschens Emme. Bei totaler Finsternis ist dieser stolperanfällige Weg nur mit einer Stirnlampe zu bewältigen.
Nach Gerlafingen ging es über leere Straßen in Richtung Bibern. Das Läuferfeld war hier weit auseinandergerissen. Gleich hinter Bibern kam die letzte Steigung. Ein giftiger langer Anstieg mit einer ebenso langen und beschwerlichen Bergab-Passage.
Bei Tageslicht begann der landschaftlich schönste Teil. Eine wunderschöne Streckenführung entlang der Aare und des Nidau-Büren-Kanals. Der Ort Büren bei Kilometer 88 unterbricht das ruhige Naturidyll zur blauen Stunde mit reizvollen Fotomotiven. Unterhalb der den Fluss überspannenden Holzbrücke haben sich zur frühen Morgenstunde ein paar Zuschauer bei Kaffee und duftenden Röstis versammelt und machen Mut für die verbleibenden Kilometer.
Der Sonnenaufgang motivierte den Läufer aus Gittelde nochmal und die letzten zehn Kilometer lief er knapp unter 46 Minuten.
Nach dem letzten Kilometer am Bieler See und durch die Bieler-Innenstadt lief Andreas Jago als 8. in der Gesamtwertung mit einer Zeit von 8:07:34 h (4:52 min./km) durch den Zielbogen. Damit verteidigte er mit 20 Minuten Vorsprung seinen letztjährigen Sieg in der Altersklasse M50. Selbst die jüngeren Altersklassen M45 und M35 hätte er mit dieser Zielzeit gewonnen. bo