13.000 Euro für Kehrradsanierung in Wildemann

Blick in den 19-Lachter-Stollen in Wildemann.

Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für den 19-Lachter-Stollen

Das Kehrrad und die Radwelle des beeindruckenden Wasserrades im Besucherbergwerk „19-Lachter-Stollen“ sind gebrochen. Für die Restaurierung und Lagesicherung der Radwelle stehen nun Mittel des Landesamtes für Denkmalpflege und aus dem EU-Programm ZILE zur Verfügung. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt sich am Anheben der Welle und der Herstellung der Widerlager. Der DSD-Fördervertrag über 13.000 Euro erreicht Bettina Schuster von der Kulturbetriebsgesellschaft Die Oberharzer mbH in diesen Tagen.
Wildemann ist eine Ortschaft im Harz, die 1529 im Auftrag der Welfenherzöge von Bergleuten gegründet wurde. 1553 erhielt Wildemann die Bergfreiheit. Erst 1924 kam der Bergbau in der letzten Grube namens Ernst August zum Erliegen. Andere Gänge in den von Wildemann aus erschlossenen Bergwerken hatte man bereits im 19. Jahrhundert aufgegeben.
Der 19-Lachter-Stollen gehört zu den ältesten zugänglichen Bergwerksanlagen des Oberharzer Bergbaus. Er wurde zwischen 1551 und 1690, anfangs allein mit Schlägel und Eisen, in den Berg getrieben. Der Stollen lag 19 Clausthaler „Lachter“, ein im Bergbau bekanntes Längenmaß, also rund 36 Meter unter dem Glückswardstollen, der auch 16-Lachter-Stollen genannt wurde, weil er sich 16 Lachter unter dem Hauptstollen des östlichen Zellerfelder Gangzuges, dem Frankenscharrn-Stollen, befand. Das in Wildemann befindliche Mundloch führt zu einem fast neun Kilometer langen Stollen, der zur Ableitung der anfallenden Grubenwässer der an ihn angeschlossenen Erzgruben diente. Der Stollen diente zuletzt als Wasserlösungsstollen.
Heute ist im Stollen ein Besucherbergwerk eingerichtet. Ein etwa 500 Meter langes Stück des Stollens ist bis zum Schacht begehbar, doch teilweise nur 1,40 Meter hoch. Von hier aus führt ein über 260 Meter tiefer Blindschacht in die Tiefe und es öffnet sich eine mehr als zwölf Meter hohe Radstube mit den Resten eines über 100 Jahre alten Kehrrades von neun Meter Durchmesser und zwei Meter Breite, das jetzt erhalten werden soll. Beeindruckend ist die Vorstellung, mit welch primitiven Mitteln hier seit rund tausend Jahren Erz gefördert wird und zu welchem komplexen System sich der Bergbau entwickelt hat. Einen kleinen Teil davon verkörpert das in sich eingefallene und aus seinem Lager gerutschte Kunstrad.
Der zugängliche Teil des Bergwerks zeigt die unterschiedlichen Abbau-, Förderungs- und Sicherungsmethoden, die über die Jahrhunderte angewendet wurden. Ein Verein führt im Jahr etwa 9000 Besucher durch den Stollen und bietet zahlreiche Spezialführungen für Kinder und Jugendliche an. Der Verein hat vor, den Besucherzugang um einen weiteren Stollen zu erweitern, so dass ein Rundweg entstehen könnte.
Das Besucherbergwerk mit dem 19-Lachter-Stollen, der 2010 als Teil des Oberharzer Wasserregals zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde, ist eines von über 270 Projekten, die die Denkmalstiftung mit Sitz in Bonn seit ihrer Gründung 1985 dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen fördern konnte.