AfD-Mitglied sorgt für Eklat im Goslarer Kreistag

AfD-Mitglied Tyge Claussen (links) wird von Landrat Thomas Brych und der Kreistagsvorsitzenden Renate Lucksch vehement gebeten, den Sitzungssaal zu verlassen

Der Braunlager Tyge Claussen ging bei der Sitzungverteilung leer aus / Er warf dem Landkreis Wahlfälschung vor

Kritische Worte in Richtung politischen Gegner ist im Goslarer Kreistag öfter mal zu hören.

 Doch der Auftritt des AfD-Mitgliedes Tyge Claussen erleben die Kreistagsmitglieder nicht so oft.
Bei der Kommunalwahl am 11. September trat der Braunlager für die AfD bei der Kreistagswahl an. Am Ende schaffte Claussen nicht den Einzug ins Goslarer Kreistagsgremium. Für ihn ist das so nicht hinnehmbar. In einem Schreiben vom 19. September legte er Einspruch gegen die Sitzverteilung ein. Er beanstandete, dass die Wahlgrundsätze Unmittelbarkeit und Gleichheit durch die Anwendung des Hare-Niemeyer-Verfahrens verletzt worden seien. Zugleich legte Claussen und die AfD Widerspruch beim Braunschweiger Verwaltungsgericht ein. Ohne Erfolg, mehrere Eilanträge wurden abgelehnt. In der Kreistagssitzung am Mittwoch wurde sein Einspruch behandelt. Zugleich räumte ihm die Kreisverwaltung Redezeit ein, um seine Meinung darzulegen. Was er auch tat. Claussen sprach sogar von „Wahlfälschung” des Landkreises. Seiner Meinung nach hätte die Verwaltung seinen Sitz unberechtigter Weise der FDP gegeben. Nach fünf Minuten war seine Redezeit beendet. So viel Zeit wird neuerdings jedem Kreistagsmitglied nur noch eingeräumt. Vehement weigerte sich AfD-Mitglied Tyge Claussen das Rednerpult zu verlassen. Darauf stand die neue Kreistagsvorsitzende Renate Lucksch auf und drehte ihm das Mikrofon weg. Unterstützt wurde sie von Landrat Thomas Brych, der Claussen auf sein Hausrecht hinwies und ihn bat den Saal zu verlassen. Was er auch mit Widerworten tat. Später entschuldigte sich die AfD-Fraktion für das Verhalten ihres Parteimitgliedes.
Der Landkreis hatte die Sitze korrekt verteilt. Der Einspruch des AfD-Mannes war unbegründet.