Alkohol- und Drogenkontrollen im Landkreis verstärkt

Mit Hilfe des Urintests lässt sich der Drogenkonsum innerhalb von 60 Sekunden nachweisen.
 
Polizeidirektor Thomas Bry (ganz rechts) geht mit seinen Kollegen in die Offensive.

Polizeiinspektion Goslar ist beunruhigt – Präventionsarbeit an Schulen besonders wichtig

Grund für das kurzfristig anberaumte Hintergrundgespräch zwischen Pressevertretern und der Polizeiinspektion Goslar waren die zahlreichen Verkehrskontrollen am vergangenen Wochenende, bei denen insgesamt sieben Fahrzeugführer unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln standen.

Goslar (hz). Zunächst fiel am Freitagabend ein 24-jähriger Goslarer auf, der unter dem Einfluss von Haschisch und Amphetaminen unterwegs war. Ihm folgte ein 20-jähriger Fahranfänger aus Bad Harzburg, der in seiner Führerscheinprobezeit mit einem Blutalkoholwert von 0,48 Promille sein Fahrzeug führte. Wenig später entdeckte die Polizei dann eine 23-Jährige aus Wernigerode, die zu tief ins Glas geschaut und mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut hatte. Die letzte Kontrolle in der Nacht zum Samstag betraf dann einen 25-Jährigen aus Salzgitter, der mit mehr als 1,2 Promille in seinem Fahrzeug aufgefallen war. Am Samstagvormittag kontrollierte man dann einen 23-Jährigen aus Helmstedt und einen 25 Jahre alten Fahrzeugführer aus Blankenburg, die beide vor Fahrtantritt Betäubungsmittel konsumiert hatten. Die letzte Überprüfung fand dann in der Nacht zum Sonntag gegen Mitternacht statt. Ein 21-Jähriger aus Liebenburg war aufgrund einer Alkoholkonzentration von mehr als 1,3 Promille nicht mehr in der Lage sein Fahrzeug richtig zu führen.
Thomas Brych, Polizeidirektor und Leiter der Polizeiinspektion Goslar, machte in der Pressekonferenz deutlich, dass der Umgang mit Rauschmitteln und die entsprechende Feststellung der vergangenen Tage überaus beunruhigend seien. Aus diesem Grund werde die Polizeiinspektion intensiv und massiv gegen solche Verstöße einschreiten und die Präventionsbemühungen verstärken. Allein im vergangenen Jahr wurden 250 Fahrzeugführer festgestellt, die den Grenzwert von 0,5 Promille überschritten hatten; unter dem Einfluss von illeaglen Drogen wurden 100 Personen am Steuer erwischt. Die Dunkelziffer sei jedoch wesentlich höher, so Brych. Neben der Eigengefährdung birgen solche Verkehrsteilnehmer ein beachtlich hohes Gefahrenpotenzial. So kam es im Jahr 2010 zu 58 durch Alkohol bedingte Verkehrsunfälle – unter Drogeneinfluss wurden fünf Unfälle verursacht.
Polizeioberkommissar Dirk Faulborn leitete die vergangene Drogengroßkontrolle im Landkreis in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar. Mit 25 weiteren Kollegen wurden sowohl stationär als auch mobil 450 Fahrzeuge kontrolliert. Mit Hilfe eines neuen Testverfahrens, dem Drogen-Urin-Vortest, können Drogen innerhalb von 60 Sekunden nachgewiesen werden.
Brych erklärte, dass jede Nacht mindestens sieben Streifenwagen im Landkreis unterwegs sind, die Fahrzeugkontrollen durchführen und auch gesondert auf Alkohol- und Drogenkonsum achten.
Während die Polizei zum einen die repressive Funktion erfüllt, steht auch die Prävention im Vordergrund. Verkehrssicherheitsberater Hermann Landwehr ist bereits seit einigen Jahren sehr engagiert an diversen Schulen im gesamten Landkreis unterwegs, um Schüler der 9. und 10. Klassen im strafrechtlichen Sinne zu belehren. In erster Linie will Landwehr nicht auf die Gefährlichkeit eingehen, denn das, so Landwehr, sollten die Schüler bereits ausführlich im Biologieunterricht gelernt haben. In den Doppelstunden will der Verkehrssicherheitsberater auf den finanziellen Aspekt eingehen. Wie teuer es werden kann, wenn man unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer erwischt wird, kann so mancher Schüler kaum glauben: Wer als Fahranfänger mit Alkohol am Steuer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld sowie weiteren Kosten bis zu 1000 Euro rechnen. Bei einem Promillewert von 0,5 bis 1,1 zahlt man bis zu 1500 Euro. Mit mehr als 1,1 Promille im Blut besteht ein Straftatbestand. Hier wird die Straftat einkommensabhängig berechnet und kann schnell mehrere Tausend Euro betragen. Ein späteres Aufbauseminar schlägt mit circa 400 Euro zu Buche. Ein abschreckendes Beispiel, denn gerade Schüler und Auszubildende müssen sich den teuren Führerschein regelrecht vom Mund absparen. Abschreckend sei auch die Veranschaulichung durch die Rausch- und Drogenbrillen, mit denen der Rauschzustand mit 0,6 oder 1,1 Promill simuliert wird. Allein im vergangenen Jahr hat Landwehr insgesamt 74 Einzelveranstaltungen mit knapp 1600 Schülern zum Thema Alkohol- und Drogenkonsum im Straßenverkehr durchgeführt.