Alkoholtestkäufe mit ernüchternder Bilanz

Der Kauf von Spirituosen stellte für viele Jugendliche kein Problem dar.

Viele Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz festgestellt / Auch in der Samtgemeinde Lutter getestet

Goslar/Lutter (bo). In der vergangenen Woche führte der Fachbereich Ordnung, Verkehr und Rettungswesen des Landkreises Goslar wieder Testkäufe nach dem Jugendschutzgesetz durch. In Astfeld, Langelsheim, Wolfshagen und in der Samtgemeinde Lutter am Barenberge wurden 13 Tankstellen, Supermärkte und Kioske kontrolliert, ob sie die Regeln des Jugendschutzgesetzes einhalten. Unterstützt wurde die Gewerbeabteilung dabei vom Jugendschutz des Kreises und der Polizeiinspektion Goslar.
In acht Fällen wurden Spirituosen oder Zigaretten an 16- oder 17-jährige Testkäufer verkauft, obwohl dies laut Jugendschutzgesetz erst ab 18 Jahren erlaubt ist. „Diese Quote liegt zwar unter dem Landesdurchschnitt von 80 Prozent, ist aber deutlich zu hoch“, sagt Regine Körner, Leiterin des Fachbereiches Ordnung, Verkehr und Rettungswesen. „Das Ergebnis ist für uns Anlass, die Testkäufe zu intensivieren.“
In zwei Fällen leitete die Gewerbebehörde Ordnungswidrigkeitenverfahren ein, weil in diesen Betrieben das Jugendschutzgesetz nicht ausgehängt war. Ebenso wie Gaststätten sind auch Verkaufsstellen verpflichtet, die für ihren Betrieb geltenden Regeln des Jugendschutzgesetzes deutlich sichtbar auszuhängen. Die Betroffenen müssen mit Bußgeldern in Höhe von 150 Euro bei Verkauf von Tabakwaren oder Alkohol an Jugendliche und 75 Euro bei fehlendem Aushang des Jugendschutzgesetzes rechnen. Der Landkreis Goslar kündigte an, die Testkäufe in allen kreisangehörigen Städten und Gemeinden fortsetzen zu wollen.