Ansprechpartnerin für Flüchtlinge

Die Integrationsbeauftragte Galina Gerhart wird eingerahmt von Sven Busse (von links), Fachdienstleiter Bildung und Soziales, Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk und Burkhard Siebert, Erster Stadtrat und Fachbereichsleiter Kultur und Bürgerservice. (Foto: bo)

Galina Gerhart übernimmt die Aufgabe in der Stadt Goslar / Sie bringt viel Erfahrung mit

Die Stadt Goslar hat jetzt eine Integrationsbeauftragte.

Seit Anfang Juli kümmert sich Galina Gerhart um die Belange von Flüchtlingen, die in Goslar leben. „Ich habe viel vor“, kündigt Gerhart an. Sie bringt jahrelange Erfahrung im Bereich Integrationsarbeit mit und hat mit den Jahren viele wertvolle Kontakte in der Stadt geknüpft. Dieses Netzwerk möchte sie weiterhin pflegen.
Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk interessiert vor allem, was mit den Flüchtlingen nach ihrer Ankunft passiert. „Wie klappt das in der Schule, in der Nachbarschaft? Wo klemmt es, und warum? Wo läuft es gut?“ Um das herauszufinden, möchte Gerhart Familien und besonders Neuankömmlinge mit einem Dolmetscher besuchen, die Menschen kennenlernen.
Kurz nach der Ankunft gehe es zunächst darum, die Grundbedürfnisse der Flüchtlinge zu bedienen, so Junk. „Man muss ihnen zu Anfang nur ein Dach über dem Kopf organisieren.“ Verlassen die Geflüchteten aber das Integrationszentrum, fange erst die richtige Arbeit an. Derzeit sind rund 1.150 Flüchtlinge im Goslarer Stadtgebiet untergebracht, die ab 2014 nach Deutschland kamen. „Ich habe ein hohes Interesse daran, dass diese 1.150 Menschen bei uns bleiben“, sagt Junk.
Die Integrationsbeauftragte der Stadt weiß ganz genau, wo die Flüchtlinge Unterstützung bei der Integration brauchen. Denn Galina Gerhart hat selbst einen Migrationshintergrund. 1997 kam die gebürtige Russin mit ihrer Familie nach Deutschland. „Ich konnte kein Deutsch und mein Diplom wurde damals zunächst nicht anerkannt“, berichtet die 53-jährige Wahl-Goslarerin. „Egal, aus welchem Land man kommt: Man hat die gleichen Probleme.“ Mit dieser Gewissheit setzte sich Gerhart ehrenamtlich für andere Migranten ein, unterstützte beim Ausfüllen von Formularen und bei Behördengängen. 2005 machte sie diese Leidenschaft zu ihrem Beruf.
Seitdem hat sie sich im gesamten Landkreis ein Netzwerk aufgebaut. Sie hat gute Kontakte zu Behörden, Verbänden und Vereinen. Die gelte es nun zu nutzen, erklärt Burkhard Siebert, Erster Stadtrat und Fachbereichsleiter Kultur und Bürgerservice. „Wir müssen dokumentieren, welche Angebote wir in der Stadt haben und wie wir sie unterstützen können“, fügt der Fachbereichsleiter an.