B 6-Teilstück soll Autobahn werden

Die Aufstufung der Bundesstraße 6 zu einer Bundesautobahn ist nach Ansicht der Mehrheit der Abgeordneten im Kreistag Goslar in zweierlei Hinsicht bedeutsam. Zum einen aufgrund des zunehmenden Verkehrsaufkommens, und zum anderen aufgrund eines zu erwartenden Werbeeffektes für den Harz als Tourismusregion.

Mit Aufstufung der Bundesstraße erhoffen sich die Befürworter einen Werbeeffekt für den Harz

Geht es nach dem Goslarer Kreistag soll die Bundesstraße 6 zwischen dem Dreieck Vienenburg (A 395) und dem Kreuz Bernburg (A 14) zur Bundesautobahn aufgestuft werden. Dafür sprach sich eine große Mehrheit aus CDU, FDP, SPD und Grünen am vergangenen Montag aus. Die Abgeordneten der Bürgerliste und der Fraktion der Linken halten diesen Vorstoß für keine gute Idee.
In seinem Beschlussvorschlag bittet der Kreistag die Landesregierung von Niedersachsen, „den Antrag auf Umstufung der Bundesstraße 6 zur Bundesautobahn mit Nachdruck zu unterstützen.“
Durch den Kreistagsbeschluss wird ferner Landrat Stephan Manke ermächtigt, „in Abstimmung mit den Nachbarkreisen, alle in diesem Zusammenhang notwendigen Erklärungen abzugeben, die entsprechenden Antragsverfahren einzuleiten und durchzuführen sowie alle weiteren Schritte zu unternehmen“ um das erklärte Ziel zu erreichen.
Die Bundesstraße 6 ist auf dem Teilstück zwischen dem Dreieck Vienenburg und dem Kreuz Bernburg als vierstreifiger Verkehrsweg ausgebaut. Durch den westlichen und östlichen Anschluss an Bundesautobahnen erfüllt sie seit Ende 2011 durchgängig eine überregionale und großräumige Verbindungsfunktion zwischen den Ballungsgebieten Halle/Leipzig und Braunschweig/Hannover. Für die Aufstufung wären keine baulichen Maßnahmen erforderlich.

Verkehrsaufkommen wird deutlich steigen

Der Kreis- und Landtagsabgeordnete Rudolf Götz ist der Überzeugung, dass die Aufstufung der B 6 zu einer Autobahn ob der zu erwartenden Verkehrsentwicklung notwendig ist. „In den nächsten Jahren wird der Verkehr und dabei vor allem der Schwerlastverkehr enorm zunehmen. Auf diese Verkehrssituation müssen wir vorbereitet sein“, so Götz.
Von der Aufwertung der Bundesstraße versprechen sich die Befürworter vor allem aber auch einen Werbeeffekt für den Harz wie es die CDU-Kreistagsabgeordnete und Kandidatin für die Landtagswahl 2013, Almut Broihan formulierte: „Heute sind nahezu alle Autofahrer mit einem Navigationsgerät ausgestattet. Der schnellste Weg, den diese Geräte weisen, führt immer über die Autobahn. Deshalb ist es notwendig, dass wir die hervorragend ausgebaute B 6 auch entsprechend bewerben. Durch die Aufstufung zu einer Autobahn würden wir das erreichen. Die Urlauber gelangen dann einfach schneller in unsere Region“, so die Überzeugung von Almut Broihan.

Anwohner könnten belästigt werden

Der Kreistagsabgeordnete Henning Wehrmann von der Bürgerliste ist da ganz anderer Ansicht. Wehrmann hält die Pläne für keine gute Idee und befürchtet das eine Aufstufung der B 6 zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf der Goslarer Nordtangente führen würde. „Die Attraktivität der B 6 ist unbestritten. Eine Aufstufung zur Autobahn hätte aber zur Folge, dass noch mehr Lastwagen diesen Verkehrsweg nutzen und dann über die Nordtangente der B 6 bei Goslar in Richtung A 7 fahren. Dies hätte eine große Belastung für die Menschen in den Wohngebieten entlang der Strecke zur Folge“, sagte Wehrmann. Die gleiche Meinung vertritt auch Henning Wohltmann von der Fraktion der Linken im Goslarer Kreistag.
Der Harzer Tourismusverband hat sich indes bereits zu einem früheren Zeitpunkt für die Aufstufung der vierstreifig ausgebauten Bundesstraße ausgesprochen. Die Tourismusexperten erhoffen sich von dem Vorhaben, ähnlich wie die CDU-Abgeordnete Broihan, einen Marketingeffekt für den Harz.
Als weiteres Argument für ihren Beschlussvorschlag führten die Befürworter die beschlossene Mautpflicht auf dem Verkehrsweg ins Feld. Durch den Beschluss, dass die Bundesstraße 6 ab dem 1. August der Mautpflicht unterliegt, ist sie die längste neu ausgewiesene Mautstrecke im Norden der Republik und die einzige, die zwei Autobahnen miteinander verbindet. Dies sei Beweis für ihre herausragende Bedeutung bei der Vervollständigung des nationalen und europäischen Verkehrsnetzes der Hauptverbindungsstraßen.
Am Ende der Debatte überwog die Mehrheit der Befürworter. Der Beschlussvorschlag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Die Bedenken der Linken und der Bürgerliste hatten keinen Einfluss auf das Abstimmungsverhalten.