Baugrund ist im Preis ein wenig gestiegen

In der Samtgemeinde Lutter kostet der vollerschlossene Quadratmeter (hier in Hahausen) 37,40 Euro. Der Markt für Bauland im Kreis Goslar hat sich laut dem jüngsten Grundstücksmarktbericht verbessert.
 
Dr. Volker Stegelmann.

Gutachterausschuss legt Grundstücksmarktbericht 2013 vor / Immobilienpreise niedrig / Boom bei Ferienwohnungen

Die Preise auf dem Immobilienmarkt im Landkreis Goslar sind bis auf einige erfreuliche Ausnahmen weiterhin rückläufig. Vor allem im Bereich der freistehenden Ein- und Zweifamilienhäuser stellte der Gutachterausschuss vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGLN) einen weiteren Verfall der Preise fest. Verhältnismäßig gut läuft es hingegen auf dem Markt für Baugrund und Ferienwohnungen. Alle diese Ergebnisse und Zahlen gehen aus dem Grundstücksmarktbericht 2013 hervor, der aktuell vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte Braunschweig vorgelegt wurde.
Demnach wurden im Jahr 2012 im Landkreis Goslar 1915 Erwerbsvorgänge in den Bereichen Bauland, freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser und Doppelhaushälften, Eigentumswohnungen und Ferienwohnungen registriert. Der Geldumsatz liegt bei 129 Millionen Euro, was einem Rückgang von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders augenfällig ist dies beim Preisniveau der freistehenden Ein- und Zweifamilienhäuser. Bei Häusern, die zwischen 2000 und 2009 erbaut wurden sank der durchschnittliche Kaufpreis beispielsweise um satte 39.000 Euro auf jetzt noch 177.000 Euro. Ein Blick auf die Preisentwicklung aller verkauften Häuser (alle Baujahre) verdeutlicht diesen Trend. Erzielten Verkäufer im Jahr 2008 im Schnitt noch 117.000 Euro, lag der Preis im letzten Jahr bei 105.000 Euro.

Immobilienmarkt ist
Indikator für Wirtschaft

„Die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt ist auch immer ein guter Indikator für die wirtschaftliche Situation“, sagt Dr. Volker Stegelmann, Dezernatsleiter des Gutachterausschusses. Zwar sei die aktuelle Entwicklung nicht besonders erfreulich, die Preise bewegten sich im Drei-Jahres-Vergleich aber auf konstantem Niveau, was auch Rückschlüsse auf die Wirtschaftskraft im Landkreis zulasse.
„Ich denke, dass wir die Talsohle nun erreicht haben und es jetzt hoffentlich wieder aufwärts geht“, meint Sylvia Großhennig zuständig für den Bereich Bodenordnung beim LGLN. Die bisher vorliegenden Zahlen für das laufende Jahr zeigen laut Großhennig zumindest schon mal in die richtige Richtung.
Positiv hat sich der Markt für Baugrund entwickelt. Insgesamt wurden dem Gutachterausschuss 116 Verträge über den Erwerb eines Bauplatzes gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Steigende Preise für
Baugrund in Seesen

Im Bereich der Stadt Seesen zählen die Experten sechs Baugrund-Verkäufe. In der Samtgemeinde Lutter waren es drei. In Seesen kostet der voll erschlossene Quadratmeter Baugrund im Schnitt 46 Euro. In der Samtgemeinde Lutter kosten Bauplätze etwas weniger. Je nach Lage bewegen sich die Preise im Mittel zwischen 24 und 32 Euro.
Die Sehusastadt gehört mit ihrem Preisniveau zu den Gewinnern im Kreisvergleich. In der Stadt Goslar ist der Quadratmeterpreis zum Beispiel um 18 Euro auf nun 58 Euro gesunken. Für Seesen verzeichnet der Gutachterausschuss einen durchschnittlichen Preisanstieg von 16 Euro. Im Kreisdurchschnitt liegt der Preis bei 50 Euro (45 Euro im Jahr 2011).
Der größte Sprung ist jedoch auf dem Markt für Ferienwohnungen zu erkennen. Insgesamt wurden in diesem Sektor 135 Verkäufe registriert. 2011 waren es nur 107. Dieser Trend ist für Dr. Stegelmann und Sylvia Großhennig ein klares Indiz für den aufstrebenden Tourismus im Harz. Blickt man zehn Jahre zurück hat sich die Zahl der verkauften Ferienwohnungen mehr als verdreifacht. Die größten Zuwächse waren in Bad Harzburg (Kurhausstraße 18) und Hohegeiß (Panoramic) zu verzeichnen. „Der Tourismus im Harz kommt in Schwung. Das zeigen die aktuellen Zahlen ganz deutlich, und wir rechnen auch damit, dass es so weitergeht“, sagt der Dezernatsleiter.
Grundsätzlich sei der Zeitpunkt günstig um in eine Immobilie zu investieren oder selber zu bauen. „Die Zinsen bewegen sich auf einem sehr niedrigen Niveau, und die Menschen investieren inzwischen wieder lieber in Sachwerte als ihr Geld in Aktien oder Fondspakete zu stecken“, so Dr. Stegelmann.