Baustelle zur Rathaussanierung eingerichtet

Freigelegter Deckenbalken auf der Rathausdiele.
 
Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk (Mitte) mit Bezirkskonservatorin Cordula Reulecke (rechts), Restauratorin Elke Schlöder (links), Bauforscher Dieter Haupt und Ingenieur Bernhard Gockel.

Am 1. Dezember zieht das Büro von Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk um / Kosten von 6,4 Millionen Euro

Goslar (bo). Im Zuge der Sanierung des historischen Goslarer Rathauses wird nun auch das Büro des Oberbürgermeisters am 1. Dezember in das Verwaltungsgebäude, Charley-Jacob-Straße 3, umziehen. Damit haben alle Rathausmitarbeiter ihre Zimmer geräumt und die Bauarbeiten können weiter voranschreiten.
Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk stellte die Baumaßnahme gemeinsam mit Bezirkskonservatorin Cordula Reulecke vom Landesamt für Denkmalpflege, den beteiligten Bauforschern, Restauratoren und dem beauftragten Ingenieurbüro vor und verwies auf den positiven Start der Sanierungsarbeiten auf der Rathausdiele.
Begonnen wurde die Baumaßnahme im September 2011 mit der Aufstellung des Baugerüstes, das rechtzeitig zum Aufbau des Weihnachtsmarktes fertig gestellt wurde. Der Gerüstbau wurde im Vorfeld mit der GOSLAR marketing gmbh abgestimmt, um die Nutzung des Marktplatzes möglichst wenig zu behindern, und umfasste die einseitige Überdachung des Sitzungssaales, den Montageaufzug und den Treppenturm. Dabei wurden die Gerüstteile in farblicher Anpassung an das Mauerwerk verkleidet, um eine optische Beeinträchtigung für die Besucher zu vermeiden. Zurzeit werden am oberen Dachrand noch Spannseile für eine eventuell erforderliche Schneeräumung gespannt.
Die Einrichtung der Baustelle wurde zwischenzeitlich ebenfalls abgeschlossen. Im nördlichen Teil der Arkaden beherbergen Einbauten die Baugewerke, wodurch auf Container verzichtet werden konnte. Der zentrale Baustellenzugang, durch den alle Arbeiten im Rathaus getätigt werden, erfolgt über den Nebeneingang zum Fleischscharren, so dass möglichst keine oder nur eine geringe Beeinträchtigung des Weihnachtsmarktes zu erwarten ist.
Auf dieser Seite befindet sich auch die Zufahrt zu den ab Mitte Januar beginnenden Gründungsarbeiten, die in vier Abschnitten durchgeführt werden. Begonnen wird an der südlichen Eingangsseite.
Momentan legen die Zimmerer im Dachbereich der Rathausdiele defekte Deckenbalkenköpfe und Sparrenfußpunkte frei. Ab dem 28. November muss stundenweise mit Stemmgeräten gearbeitet werden, um in früheren Instandsetzungen einbetonierte Holzteile wieder freizulegen und zu dem historischen Bestand entsprechend zu sanieren. Des Weiteren laufen umfangreiche bauhistorische und restauratorische Aufnahmen und Sicherungen des Bestandes.
Die Ausführung der Sanierung erfolgt in enger Abstimmung mit allen Fachreferaten des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege und wird von einem freien Bauforscher und einer freien Restauratorin begleitet. Dabei überzeugt sich Bezirkskonservatorin Dipl-Ing. Cordula Reulecke vom Landesamt für Denkmalpflege vor Ort vom Baufortschritt und betreut die Baustelle „Rathaus“ im Rahmen regelmäßiger wöchentlicher Baubesprechungen. Vorrangiges Ziel ist es, defekte Konstruktionen bestandsschonend und materialgerecht mit alten Handwerkstechniken zu sanieren, noch offene Fragen der Objektgeschichte abzuklären und das Gebäude abschnittsweise wieder zur Nutzung zu übergeben.
Besucher können durch eingebaute Sichtfenster im Zugangsbereich des Huldigungssaals die Arbeiten verfolgen. Auch der Huldigungssaal ist ab sofort wieder zu besichtigen.
Die Kosten für die vier bis fünf Jahre dauernden Baumaßnahmen betragen insgesamt rund 6,4 Millionen Euro. Der jetzige erste Bauabschnitt in Höhe von 1,1 Millionen Euro wird im Rahmen des Welterbestättenprogramms gefördert. Eine Bewilligung über 800.000 Euro sowie eine Förderung aus Landesdenkmalmitteln über 150.000 Euro liegen bereits vor.