Bewerbung für „Grüne Hausnummer” läuft

Dr. Gottfried Römer (ERA), Landrat Thomas Brych, Dr. Isabell Kiepe (KEAN) und Michael Mosebach von Klimaschutzmanagement Landkreis Goslar (von links) stellten das Projekt vor. Dieses Demohaus steht im Dezember im Kreishaus, hier lässt sich Energieeffizienz zeigen.

Wer sein Haus energetisch saniert, kann sich jetzt selbst belohnen / Einige Kriterien müssen erfüllt sein

Wenn Landrat Thomas Brych über die „Grüne Hausnummer” spricht, fällt ihm das Belobigungssystem seines achtjährigen Sohnes in der Grundschule ein. „Er freut sich auch, wenn es einen positiven Stempel gibt”, sagt er. Den gleichen Effekt erhoffen sich die Projektpartner von ihrer Klimaschutzkampagne „Grüne Hausnummer”. Denn mit der besagten farbigen Zahl können sich Hausbesitzer oder künftige Häuslebauer selbst belohnen. Wer Energiesparen fest im Blick hat, kann sich um die Auszeichnung bewerben.
Für Thomas Brych fängt Klimaschutz schon in den eigenen vier Wänden an. „Einen Planeten B gibt es nicht”, sagte er im Rahmen der Vorstellung der neuen Kampagne. Hier kooperieren die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN), die Energie Ressourcen Agentur Goslar (ERA) und der Landkreis. Sie wollen Anfang 2018 Gebäudeeigentümer auszeichnen, die ihr Haus nach dem 1. Oktober 2009 unter energetischen Gesichtspunkten neu gebaut oder im Bestand saniert haben. Wer ein älteres Gebäude saniert hat, muss mindestens zwei Maßnahmen an der Fassade nachweisen können. Bewerben können sich Hausbesitzer aus dem gesamten Landkreis Goslar noch bis zum 15. Dezember. Seit Anfang Oktober läuft die Frist. Laut Michael Mosebach vom Klimaschutzmanagement Landkreis Goslar liegen aktuell zwei Bewerbungen vor. Die Projektpartner erhoffen sich, dass es am Ende zehn bis 15 werden.
Gut 85 Prozent der Kosten in einem Haus werden für Energie ausgegeben. Potenziale, hier etwas zu verbessern, gibt es viele. Dr. Gottfried Römer von der ERA rät, immer einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Vor allem, wer überlegt, sich ein Fachwerkhaus zu kaufen. Damit das nicht zur Kostenfalle wird, weil die Energiekosten zu hoch werden und der Denkmalschutz die energetische Sanierung womöglich ausbremst, ist es ratsam, sich vorab zu informieren. „Es gibt tolle Beispiele in der Region, wo das wunderbar funktioniert hat”, fügt Gottfried Römer an. Die ERA berät kostenlos und vermittelt Fachleute, die Förderanträge stellen können. Auch die Verbraucherzentralen können zu Rate gezogen werden.
Dr. Isabell Kiepe von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen betonte, dass sich die „Grüne Hausnummer“ seit ihrer Einführung im Jahr 2015 sehr erfreulich entwickelt hat. „Bisher konnten wir niedersachsenweit bereits über 350 Grüne Hausnummern für energieeffizientes Sanieren und Bauen verleihen.” Sie sollen wie bei einem Schneeballsystem zum Nachahmen anregen, energetisch zu bauen. Auch deshalb ist der Landkreis Goslar in Niedersachsen der zehnte Landkreis, der sich der Kampagne angeschlossen hat.
Informationen und das Antragsformular können im Internet unter www.landkreis-goslar.de/grüne-hausnummer oder auf der Seite der KEAN www.klimaschutz-niedersachsen.de/gruenehausnummer) abgerufen werden.