„Bio“ liegt auch im Harz voll im Trend

Regionale Produkte sind gefragt. Auch der Harz hat einige Spezialitäten zu bieten, die es sonst nirgends gibt, so wie das Harzer Rotes Höhenvieh. Die braunen „Riesen“ grasen gerne auf saftigen Harzer Bergwiesen. (Foto: Rotte)

Internetseite bietet Überblick über die Bio-Branche im Harz / Vielfältige Angebote

Bio boomt. Beweise dafür liefern nicht nur die zahlreichen Lebensmittel mit dem Hinweis „Bio“ in den Auslagen deutscher Supermärkte und Discounter oder Umwelttarife großer Mobilfunkanbieter. Der „grüne Ton“ gehört inzwischen zum „guten Ton“. Vorbei sind die Zeiten als die Biobranche mit dem Ruf kämpfen musste, eine Branche alternativer Weltverbesserer mit „selbst-gebatikten-T-Shirt zu sein. Diese Vorurteile wirken heute eher antiquiert. Vor allem in Großstädten wie Hamburg oder Berlin hat sich eine große Bio-Szene entwickelt, und entsprechende Läden und Angebote sprießen wie Pilze aus dem Boden. Bio gehört heute zum Lifestyle. Mit dem Kauf biologischer Produkte beruhigt man nicht nur das eigene Gewissen, sondern drückt gleichzeitig ein Lebensgefühl aus. Das Lebensgefühl der neuen Ökobürgerlichkeit.
Jetzt ist Seesen nicht Hamburg, und Goslar nicht Berlin. Dennoch gibt es auch in den hiesigen Breiten eine große Anzahl von Betrieben und Unternehmen, die sich dem Bio-Trend verschrieben haben. Seit gut zwei Jahren informiert eine Seite im Internet über die vielfältigen Angebote auf dem lokalen Öko-Sektor.
Hinter der Adresse www.harz-bio.de steckt eine private Initiative, die sich als eine „Hommage an den Harz, Deutschland und die heimischen Produkte mit tollen regionalen Angeboten und Unternehmen“ versteht. Der Kopf dieser Initiative ist Christian Schmidt (39), Hotelkaufmann an der Ostsee und Hobbylandwirt im Oberharz. Er hatte die Idee für die Internetpräsenz, und sie mit seiner Firma „Case Care & Center Management“, einer Infrastrukturgesellschaft für nachhaltiges und ökologisches Wirtschaften, in die Tat umgesetzt.
„Bio im Harz“ ist in erster Linie ein Informationsportal. Das Herzstück der Seite ist ein „Bio-Einkaufsführer“. Der Seitenbesucher hat unter anderem die Möglichkeit zwischen Naturkost-Läden, Bäckereien, Fleischereien, Bio-Landwirten, Wochenmärkten, Hotels, Restaurants, Cafés und Naturkosmetikherstellern zu wählen.
Allein ein Klick auf den Reiter „Naturkost-Einzelhandel“ fördert eine Vielfalt an verschiedenen Läden zu Tage, die wohl kaum einer im Harz erwartet hätte. Von Clausthal-Zellerfeld über Goslar, Bad Gandersheim bis Seesen und Wolfenbüttel bietet die Seite einen umfassenden Katalog von Einzelhändlern, die Dinkelbrötchen, Sojabohnen oder cremig-gerührten probiotischen Bio-Joghurt in ihrem Sortiment führen.
Und auch das Angebot ökologisch aufgestellter Hotel- und Gastronomiebetriebe kann sich sehen lassen. Neben einem Erlebnisbauernhof präsentieren sich unter anderem ein Heuhotel oder ein Naturhof, der im Rahmen der Europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus in Schutzgebieten ausgezeichnet wurde. Insgesamt lassen sich neun Unterkünfte finden, die im engeren Sinne einen ökologischen Weg eingeschlagen haben.
Im Bereich „Tipps & Veranstaltungen“ lässt die Seite jedoch sehr zu wünschen übrig. Der Kalender ist wenig aktuell und längst vergangene Veranstaltungen werden immer noch angezeigt. Einzig die Übersicht der Wochenmärkte mag die Enttäuschung an dieser Stelle ein wenig schmälern.
Grundsätzlich zeigt die Seite, dass der Bio-Trend im Harz relativ verbreitet ist. Zudem wird Werbung mit regionalen Produkten gemacht, die eventuell auch einen touristischen Anreiz bieten können.
Finanziert wird die Seite durch Werbeeinnahmen. Die Unternehmen und Betriebe, die sich auf der Seite präsentierten müssen für ihre Anzeigen einen kleinen Betrag bezahlen. Mitmachen kann also jeder, der im Bereich der „Bio-Branche“ ist, und auf sich und seine Produkte aufmerksam machen will.